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Aristoteles, Redekunst.
schastlichc Rhetorik es mit den Überzeugungsmitteln zu thun Hot.Nun ist das beglaubigende Überzeugungsmittel * eine Art von Be-weis, — denn wir werden vorzugsweise ganz zum Glauben über-zeugt, wenn wir etwas für bewiesen erachten —; der rhetorischeBeweis aber ist das Enthyme'm, und zwar ist dasselbe, um cs kurzzu sagen, das stärkste der Überzeugungsmittel; das Enthymcm aberist eine Art von Syllogismus, und über alle Syllogismen ohneUnterschied hat die Diale'ktrk zu handeln, entweder die gesamteunter diesem Namen begriffene Wissenschaft oder ein bestimmterTeil derselben. Daraus ergibt sich, daß derjenige, welcher vor-zugsweise befähigt ist, wissenschaftlich zu erkennen, aus welchen Be-standteilen und auf welche Weise ein Syllogismus entsteht, zugleichauch vorzugsweise ein Enthymematikcr sein wird, indem er nur nochden weitern Schritt zu thun hat, sich klar zu machen, von welcherArt die Dinge sind, mit denen es die Enthymeme zu thun haben,und welches die Unterschiede sind, durch welche sich die letzteren vonden logischen Syllogismen unterscheiden. Denn die Erkenntnisdes Wahren und dessen, was dem Wahren ähnlich ist 2, ist Sacheeiner und derselben Geistesfähigkeit, und überdies sind die Menschenvon Natur mit einem hinlänglichen Gefühle für das Wahre begabtund treffen daher in den meisten Fällen die Wahrheit. Darum istdie Anlage, das nach den geläufigen Vorstellungen allgemein Gü-tige ^ zu treffen, immer auch Eigenschaft dessen, der die Wahrheitselbst zu finden versteht.
Das; nun also die früheren Rhetoriker nur über das Außer-
1. Das griechische Wort ftlsrir) „Glaube" hat den Sinn dessen, wasGlauben erzeugt: Beweismittel, Überzeugungsmittel.
2. Dies letztere „das dem Wahren Ähnliche", d. h. das Wahrschein-liche, ist das Gebiet der Redekunst.
3. Im Texte: r« Ivos;«, was Aristoteles selbst in derTopik (I, 1)so erklärt: „das, was allen als richtig und wahr erscheint oder den meistenoder den Einsichtigen, sei es allen oder der Mehrzahl derselben; oder denbedeutendsten und berühmtesten Menschen". Vgl. Biese I, 619, 2 und134. Es sind „die gewöhnlichen Voraussetzungen". S. Schwegler zuAristoteles' Metaphysik IV, 2 (L. II, S. 159).