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Aristoteles, Redekunst.
Lehrers und Autors durch Herausgabe, wie wir sagenwürden, d. h. durch Vervielfältigung und Verkauf der Ab-schriften, veröffentlicht wurden. Wir wissen dies aus Onin-tilia'n, dem ein solches Schicksal, wie er erzählt selberzweimal widerfuhr; und was in der römischen Litteratnrweltgeschah, wird in der athenischen nicht minder geschehen sein?
Ich komme jetzt zu den Zeugnissen, welche die dreiBücher der Aristotelischen Rhetorik selbst für ihre früheAbfasfungszeit darbieten.
Hier lehrt eine vergleichende Zusammenstellung allervon Aristoteles erwähnten Thatsachen und Begebenheiten,politischen Prozeßverhandlnngen und Reden, daß sich Ari-stoteles in diesen seinen Vorträgen bei solchen Anführungenfast durchaus auf dem Gebiete der Nächstliegenden Zeit undTagesgeschichte bewegte und daß er seine Beispiele ausVorfällen und von Persönlichkeiten entnahm, welche geradein dieser Zeit, d. h. in den Jahren zwischen 357—348, dasallgemeine Interesse beschäftigten und deren genaue Kennt-nis er also bei seinen Zuhörern voraussetzen konnte.
Obenan steht hier die herrliche Gestalt des Jphi'-krates, des großen athenischen Feldherrn und Staats-mannes, dessen geistreiche und energische Schlagworte ansseinem von vielen Stürmen bewegten öffentlichen LebenAristoteles anzuführen nicht müde wird. Nicht weniger alsneunmal citiert er ihn in solcher Weise in den Stellen:I, 7, 32; I, 9, Z 31; II, 23, Z 6 und 7, Z 8;
Z 17; III, 2, Z 10; III, 10, Z 7 (vgl. Anmerkung 25 zuHI, 10) und ÜI, 15, ß 2, als Beispiel und Beleg. Jphi-kratcs' Tod aber fällt um das Jahr v. Chr. 354. — Dar-an schließt sich eine ganze Reihe anderer historischer Bezug-nahmen, deren chronologische Bestimmung — über welcheich auf meine Anmerkungen zu den einzeln anzuführendenStellen verweise — dieselbe Zeit des letzten Jahrzehnts
6. S. Quintilian, Anweisung zur Beredsamkeit III, 6, 63—68und VII, Einleitung.
7. Vgl. die Anmerkung zu Rhetorik III, 9, § 9 und II, 23, § 8.