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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
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175
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Die Befähigung der Kunst zur Darstellung allegorischer Figuren. 175

Natürliche und willkürliche Zeichen.

xr.

Die Befähigung der Kunst zur Darstellungallegorischer Jiguren.

Die Ausgabe, welche wir uns im Anfang gestellt, LessingsTheorien über die bildende Kunst einer möglichst gründlichen undvollständigen Nachprüfung zu unterziehen, haben wir, soweit dieseTheorien im Laokoon und der Disposition des zweiten Theils aus-gesprochen sind, nach Kräften gelöst.

Nun hatte Lessing aber noch im Jahre 1769 die Absicht, nichtnur diese Disposition auszuführen, sondern auch einen Theil derjenigenPuncte, welche imdritten Abschnitt" des vorläufigen Entwurfs(3, S. 260) enthalten waren; wie aus dem Briefe an Nicolai (vom26. Mai 1769, H. 20, I, S. 318 ff.) deutlich hervorgeht.

Dieser Brief verweist den Verfasser der in NicolaisBibliothek"erschienenen Recension des Laokoon auf dieFortsetzung" seinesBuches, welcke a u s den Untersch ied der na türlichen und Willkü r -lichen Zeichen un d die folgen, wel cke sich aus dem Gebrauche beiderfür^Pöeste"ünXMalerei ergeben, eingehen und daraus Schlüsse ziehenwerde. Aus der kurzen Inhaltsangabe ersehen wir nun, daß wir denwichtigsten Theil dieser Untersuchung in unfern Erörterungen über denAusdruck (besonders XIX und XX) und über die Bewegung (XXXVIIund XXXVIII) wesentlich mit denselben Argumenten und mit dem-selben Ergebniß geführt haben.

Wir haben nachgewiesen, daß die bildende Kunst Handlungennur darstellen könne, indem sie die natürlichen Zeichen mit willkür-lichen mische, daß sie diesen aber nicht die unmittelbare Verständlich-keit jener verleihen könne, und daß daher nicht die Darstellungder Handlung, sondern die der Schönheit, da der Künstler nurdiese vollständig erreichen könne, sein höchstes Ziel sein müsse.Und dies ist auch der Inhalt der Lessingschen Ausführung. Dieselbe