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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
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Das Häßliche.

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Pan und Nymphe," so wie an N. Begas'Pan, der die Psychetröstet." In der Malerei dagegen wird zwar auch sür Einzelfiguren,soweit dieselben nicht durch ihre Umgebung ihrem Charakter oder derSituation nach bestimmt sind, die Häßlichkeit der Formen nicht zu-lässig sein, und zwar schon darum nicht, weil es ihr an sich garnicht anznseheu ist, ob sie unschädliche, also komisch, oder schädliche,also schrecklich wirkende Häßlichkeit ist; wollte aber der Maler einsoder das andere durch den Ausdruck kenntlich machen, so trifftdarauf erst recht der Lessiugsche Satz zu, von dem wir ansgegangensind, und dessen Gültigkeit wir freilich erst später, bei Gelegenheit derLehre vom transitorischen Moment, (s. u. XXXIX) werden feststellenkönnen. Im Übrigen aber vermag die Malerei theils durch Farbeund Beleuchtung die Häßlichkeit zn mildern (ich erinnere an LessingsBemerkung über Rembrandt (oben S. 98s), theils giebt sie durch dieSceuerie, in welche sie ihre Figuren stellt, und namentlich durch dieVerbindung der häßlichen Gestalt mit anderen schöneren, dem AugeGelegenheit, sich dem dauernden Eindruck des Häßlichen zu entziehenund dies bloß so lange und so oft wirken zu lassen, als es zur Er-zielung der beabsichtigten komischen oder schrecklichen Wirkung uöthigist. Bestimmtere Regeln dürften sich schwerlich geben lassen; nur dasergiebt sich mit Sicherheit, daß das Häßliche um so eher erträglichist, je weniger es in den Mittelpnnet des Bildes tritt; freilich kannauch die Wirkung nur eine in demselben Maße geringere sein.

Blümner, der (a. a. O. S. 275 s663s ff.) diese Fragen aus-führlich und mit besonderer Berücksichtigung der neueren Aesthetiker,namentlich Rosenkranz' und Wischers, bespricht, macht mit Rechtdarauf aufmerksam, daß Mosler im Jrrthum ist, wenn er (Krit.Kuuststudien S. 140) neben dein Lächerlichen und Schrecklichen nocheine dritte Art des ästhetisch zulässigen Häßlichen, das Charakteri-stische, aunimmt, daß dies vielmehr theils unter das Komische, theilsunter das Schreckliche fallen dürfte; er hätte noch hinzufügen können,daß ja doch das Charakteristische eben gar nicht durch die Häß-lichkeit der Formen, sondern durch den zu dieser tretenden Ausdruckbewirkt wird. Den Formen nach ist Hille Bobbe eben einfach einaltes Weib mit groben Zügen; der Ausdruck dieser Züge ist es,welcher ihr den dämonischen Charakter der Hexe von Haarlem ver-leiht. Dagegen hebt Blümner richtig hervor, daß das Häßliche, auch