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Das Häßliche.
ohne komisch oder schrecklich wirken zn wollen, lediglich um durch denKontrast die Schönheit stärker hervortreten zu lassen, zulässig ist,natürlich unter den Einschränkungen, welche wir für die übrigen Fälleals nothwendig erkannt haben. Aber freilich ist zu fürchten, daß esmit solcher Kontrastwirkung oft die Bewandtnis; haben dürste, wiebei der schönen Kristalline und ihren vier Mohrinnen in Hamiltonsguatro l^aearäins: nur Diamanten von zweifelhaftem Wasser be-dürfen einer Folie; die Schönheit, welche sich zu einer häßlichen Be-gleiterin gesellt, macht sich verdächtig.
Wir müssen also auch hierin anerkennen, daß Lessing im Wesent-lichen durchaus Recht hat; nur ein einzelner Punct bedarf, wie nurscheint, einer Besprechung. In einer Anmerkung (zu Abschnitt XI,S. 131 s228s f.) verwirft Lessing ausdrücklich den, wie er sagt, beiden neueren Artisten allgemein gewordenen Gebrauch, den Tod alsein Skelett, höchstens als ein mit Haut bekleidetes Skelett darzustellen.Er bezeichnet dabei diese „moderne Idee" als „ekelhaft" und „wider-lich". Wenn sich nun auch über diese beiden Epitheta streiten läßt,so wird man doch nicht läugnen können, daß sie die EmpfindungVieler aussprechen, und jedenfalls wird man die Häßlichkeit desBildes zugeben müssen, eine Häßlichkeit, welche es zwar nach demvorhin Gesagten sehr geeignet macht, als Ingrediens zu einer lächer-lichen oder schrecklichen Wirkung beizutragen, aber desto ungeeigneter,in den Mittelpunct der Darstellung gestellt zu werden. Und darumwird es auch wenig daraus ankommen, ob wir uns Lessings prin-cipieller Ablehnung anschließen wollen oder nicht; denn die Bilder,um die es sich im Wesentlichen handelt, sind eben solche, bei denendie Figur des Todes den Mittelpunct der Handlung bildet, also vonRechts wegen in den Mittelpunct der Darstellung gestellt werden muß.Nun wird aber Niemand läugnen können, daß der Gedanke der Machtdes Todes kein unkünstlerischer ist, und daß für die malerische Aus-führung dieses Gedankens die Form, daß der Tod, als Person dar-gestellt, sein Opfer aus der Fülle des Lebens herausholt, also dieForm des „Todtentanzes", wie sie Holbein zuerst künstlerisch sestgestellthat, durchaus angemessen erscheint. Die einzige Gestalt aber, inwelcher innerhalb der germanisch-christlichen Welt der Tod persönlichvorgestellt wird, ist die des Gerippes. Es ist ja nicht schön, daß diebeiden einzigen religiösen Typen, welche die schöpferische Phantasie der