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Das Häßliche.
Abscheu erweckt, daß die Empfindung, die sie erregt, also nicht zu den-jenigen unangenehmen Empfindungen gehört, welche durch die Nach-ahmung in angenehme verwandelt werden: so schließt er daraus, daßdie Häßlichkeit der Formen „an und vor sich selbst kein Vorwurf derMalerei, als schöner Kunst, sein kann." Und auch hierin ist ihn: vonkeiner Seite, welche für uns in Betracht kommen könnte, ernstlichwidersprochen worden.
Dagegen gehen die Meinungen auseinander über die Frage, wieweit die Malerei sich des Häßlichen bedienen dürfe als Ingredienszur Erreichung des Lächerlichen und Schrecklichen. Daß das Häß-liche hierzu geeignet ist, daß „unschädliche Häßlichkeit", wie in derPoesie, so auch in der Malerei, lächerlich werden, daß schädliche Häß-lichkeit, so wie in der Natur, also auch im Gemälde, Schrecken erregenkann, erklärt Lessing (ebend.) für unläugbar, wie es denn in der Thatsich nicht läugnen läßt; nur macht er darauf aufmerksam, daß beidauernder Betrachtung die Empfindung des Lächerlichen oder Schreck-lichen sich abschwächt, die Empfindung des Häßlichen aber unver-mindert bleibt. Auch dies scheint nur unzweifelhaft, und eben darauswird sich die Frage am Leichtesten beantworten lassen. Denn wenndie beabsichtigte Wirkung des Häßlichen bei dauernder Betrachtungaufhört, so folgt daraus, daß das Häßliche, wenn es lächerlich oder-schrecklich wirken soll, aus dem Bilde nur so angebracht werden darf,daß der Beschauer es nicht mit Nothwendigkeit im Auge behaltenmuß. Daraus erhellt, daß das Häßliche für plastische Einzelsigurcunicht anwendbar, und daß sein Gebrauch in der Plastik überhauptnur beschränkt sein kann, „da diese der mildernden Farbe entbehrt ^),da sie auch weniger als die Malerei die geistigen Tiefen des Aus-drucks wiedergeben kann und zudem aus Sparsamkeit hinsichtlich derFigurenzahl beschränkt ist, so daß sie weniger leicht mit dein Häß-lichen durch den Gegensatz eines nahen Schönen versöhnen kann."(Blümner, Laokoon S. 277 j665j). Möglich ist ihr dies freilich,und sie hat auch von dieser Möglichkeit jederzeit Gebrauch gemacht;ich erinnere dafür nur an die niedliche Terracottagruppe ans Myrrhina:
') Sehr richtig, namentlich im Hinblick auf die neuesten Versuche, der Sculpturdie Wohlthat der Farbe zu gewähren: mildernd wirkt Liese an den Proben,welche wir gesehen haben, wahrhaftig nicht.