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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
Entstehung
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80
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80 Beschränkung des Gebietes durch die Rücksicht auf die Wirkung.

bestimmt, über die großen politischen Ziele der Zeit, über das Strebender edelsten Geister in frivolster Weise zu Gericht saß.

XXII.

Beschränkung des Gebietes durch die Wücksicht auf die

Wirkung.

Die Einschränkung, welche durch unsere bisherige Auseinander-setzung das Gebiet des Darstellbaren erfahren, bezieht sich mehr aufdas Wie? der Darstellung, als aus den Umfang des Gebietes selbst.Dies ist noch immerdas gesammte Gebiet der Formschönheit unddes Ausdrucks", für das sich nun aber sofort neue Fragen aus demBisherigen ergeben. Die nächste freilich, die nach dem Verhältnißdes körperlichen Ausdrucks zu dem seelischen Pathos, ist leicht beant-wortet. Denn aus dem obeu (XIX, XX) Gesagten erhellt, daß dasseelische Pathos dem Ausdruck insofern untergeordnet ist, als es nurso weit Gegenstand der bildenden Kunst sein kann, wie es durch denAusdruck darstellbar ist; und andrerseits ordnet der Maler, indem erjenes darstellen will, demselben den Ausdruck unter. Aber es könntescheinen, als ob wir hiermit die von uns als berechtigt anerkannteLessingsche Forderung, daß der transitorische Ausdruck der Schönheituntergeordnet sein müsse, wieder aushöben. Das wäre jedoch nurrichtig, wenn sich herausstellte, daß die Darstellung des seelischenPathos der bildenden Knnst unbegrenzt zusteht. Ob dies der Fallist, wird sich durch eine kurze Betrachtung entscheiden lassen.

Wir haben bisher lediglich aus der Fähigkeit der Kunst, ver-mittelst körperlichen Ausdrucks seelisches Pathos darzustellen, auf ihreBerechtigung dazu geschlossen und haben uns im Uebrigen mit derThatsache begnügt, daß diese Berechtigung auch noch von keiner Seiteangesochten worden. Nun könnten wir allerdings sagen: in dieserSchlußfolge liegt schon die Begrenzung. Denn wenn die Kunst, in-dem sie körperliche Schönheit darstellt, zugleich fähig ist, menschlicheLeidenschaften darzustellen, so liegt darin, daß dies nur so weit derFall sein kann, als die Darstellung innerhalb der Schranken derkörperlichen Schönheit bleibt. Aber damit kämen wir nicht weiter,