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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
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Die Kunst im Dienste des Stoffes.

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uischen Fertigkeit verdanken wollen, als Reporter mit Stift nnd Kreideden großen illustrirten Zeitungen alles Neue berichten, was in derWelt geschieht, oder gemeinnützige Zeitschriften und Unterrichtsmittelillustriren. Wer wollte es ihnen verdenken, wenn sie dabei nicht immerihres Künstlerbernss eingedenk bleiben, und nicht vielmehr dankbaranerkennen, in wie hohem Grade sie es dennoch thun, welch eineMasse von künstlerisch Werthvollem sich in dieser Art von Illustrationenfindet. Mir liegen gerade vier Blätter aus einein Wiener Verlage(Hölzel) vor, Wandtafeln für den ersten Anschauungsunterricht, dievier Jahreszeiten darstellend: das sind Compositionen, wie sie, wennetwa eine fürstliche Familie Lust bekäme, ihre Wohnräume mit Freskenzu schmücken, für die Kinderstube nicht paffender nnd schöner gedachtwerden könnten.

Aus dem Gesagten ergiebt sich endlich unser Urtheil über die-jenigen Maler, welche einer bestimmten Tendenz huldigen. Sociale,politische, moralische Motive für feine Kunst zu verwerthen, ist dasunbestrittene Recht des Künstlers. Seine Kunst in den Dienst der-artiger Tendenzen stellen, heißt sich aus dein Künstler in einen Mo-ralisten, einen Politiker oder dergleichen verwandeln. Das hat ohneallen Zweifel Hogarth gethan, von dem es schwer zu begreifen ist,daß die Kunstkritik ihm einen so hohen Rang anweist; denn er hateigentlich mit der Kunst recht wenig gemein. Er besitzt allerdingsin hohem Grade die Fähigkeit charakteristischer Darstellung vonvorzugsweise abstoßenden Situationen und Figuren; aber es istihm dabei fast stets nur um die Tendenz zu thun: das geht soweit, daß er selbst da, wo die Darstellung verführerischer Schönheitmit seinem Gesammtzweck wohl vereinbar wäre, ja nahe läge, wiez. B. ans dem dritten Blatte derHeirath nach der Mode", lieberein Scheusal statt eines schönen Mädchens malt, um nur seine mo-ralisch-satyrische Tendenz nicht einen Augenblick in Zweifel zu setzen.Ein großer Moralprediger mag er sein; ein großer Maler ist ersicher nicht. Und wenn die Kunstgeschichte Alfred Rethel diesenNamen wahren will, so wird sie aus der Reihe seiner Werke eine derschwersten Verirrungen streichen müssen, zu denen je ein Künstler seinTalent und seinen Pinsel mißbraucht hat, die Blätter mit dem Titel:Auch ein Todtentanz", Blätter, auf denen er, mit völligem Mangelau Verständniß und nur durch den Anblick einiger wüsten Pöbelscenen