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Die Kunst im Dienste des Stoffes.
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XXI.
Iie Kunst iw Aienste des Stoffes.
Wenn wir also zu dem Resultate gekommen sind, daß derKünstler den Stoff als Substrat des Ausdrucks, der Handwerker denAusdruck als Mittel zur Darstellung des Stoffes behandle, so müssenwir doch nun eine Einschränkung machen. Auch dem größten Künstlerwerden zuweilen unkünstlerische Aufgaben gestellt, denen er sich nichtentziehen kann. Freilich Panoramen zu malen, mit dem Decorateurzu wetteifern, das Publicum in Zweifel zu setzen, wer mehr zu be-wundern sei: der, welcher die Tornister und zerbrochenen Lafetten sogruppirt und beleuchtet habe, daß man sie für gemalte, oder der,welcher sie so gemalt habe, daß man sie für wirkliche halten müsse:— das hat keiner nöthig, sondern wer es thut, thut es freiwillig,entweder weil's Geld bringt, oder um der „üppigen Prahlerei mitleidigen Geschicklichkeiten" willen. Aber Pflichten mannigfacher Artkönnen den Künstler nöthigen, Dinge zu malen, welche sich nichtvöllig in den Dienst seiner Kunst stellen lassen, und nicht immer istes ihm dann möglich, wie Menzel bei den Zeichnungen zum Rosen-sest, dasjenige, um was die Kunst auf den Bildern selbst zu kurzkommt, ihr in der Umrahmung zehnfach zu ersetzen. Und in solchemFalle, also etwa bei dem Menzelschen Krönungsbilde, wo das ge-gebene Local auch der künstlerischen Anordnung die äußersten Schwie-rigkeiten entgegenstellte, wer wollte es da dem Meister verdenken,wenn er sich sagt: kann ich hier nicht als Künstler schaffen, so willich mein Können in den Dienst der Geschichte stellen; ist's kein male-rischer Moment, den ich darstelle, so soll's doch ein historischer sein.Und die nämliche Reflexion kann ihn auch einmal veranlassen, auchohne besondere Nöthigung einen Theil seiner Studien zu Nutz undFrommen der Wissenschaft zu verwerthen; und wer wollte ihm dasverwehren, sich nicht vielmehr freuen, daß auch da noch immer wiederder große Maler durchbricht. Aber er ist doch, wenn er „Die ArmeeFriedrichs des Großen" zeichnet, weniger Künstler, als Historiker.
Und wer wollte es den vielen jungen Künstlern verdenken, wennsie die Subsistenz, welche ihnen ihre Kunst nicht gewährt, ihrer tech-