182
Bei diesem letzte» schwersten SchlagsDie Seufzer, die er halb bezwang,
Wenn er mit seiner Schwäche rang,
Sic hatten nur noc !
Ich horchte, doch ich hörte nichts —
Ich schrie, mit Schrecken des Gesichts —Mir schien cs hoffnungslos, alleinNicht ruhen ließ mich Angst und Pein;
Ich rief — es klang ein leiser Schrei —Ein Ruck riß meine Kctt' entzwei,
Ich stürzte hin — fand ihn nicht mehr;Ich stand allein — nur Nacht umher —Ich lebt' allein — ich sog alleinDen Fluch des Kerkcrthaucs ein,
Das cinzgc — letzte — liebste Pfand,
Das mich noch an die Erde band,
Das dem gcsunknen Stamm gehört —
An dieser Starte lag'S zerstört.
Ach beide Brüder — schieden hin!
Auf Erden Einer — Einer drin!
Ich nahm die starre Hand in meine,
Ach, meine war so kalt wie seine;
Ich war zu schwach mich anfzuhebcn,
Doch fühlt' ich noch, daß ich am Leben —Wahnwitzig Fühlen, wen» wir wissen,
Daß uns das Liebste ganz entrissen!Warum ich soDen Tod noch floh?
Nicht Hoffnung hatt' ich mehr zu erben —Der Glaube nur ließ mich nicht sterben.