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ihm auch, cs zur Duldsamkeit zu bringen. Bonnivard vermochteden Rath, daß er den Geistlichen und Landleutcn eine hinlänglicheFrist zur Prüfung der ihnen gemachten Bedingungen zugestand; diesglückte ihm namentlich durch seine Sanftmuth: Wenn man das Ehri-stenthnm mit Liebe predigt, so predigt man es stets mit Erfolg.
Bonnivard war gelehrt. Seine Manuscriptc, die in der öffent-lichen Bibliothek aufbcwahrt werden, beweisen, daß er die lateinischenKlassiker zu lesen verstand und in der Theologie und Geschichte ein-heimisch war. Dieser große Mann liebte die Wissenschaften undwar überzeugt, daß sic viel zu Genfs Ruhm beitragen könnten; des-halb vernachlässigte er Nichts, um sic in dieser aufblühcndcn Stadteinzubürgcrn. 1551 schenkte er der Stadt seine Büchersammlung;sic ward der Anfang zu unsrer öffentlichen Bibliothek, und die seltenenund schönen Ausgaben aus dem 15. Jahrhundert, die man in diesersieht, sind znm großen Thcil aus jener Sammlung. Endlich setzteder edle Patriot noch in demselben Jahre die Republik zu seiner Erbinunter der Bedingung ein, daß sic sein Vermögen zum Unterhalt derSchule verwende, die man damals zu errichten im Begriffe stand.Bonnivard starb wahrscheinlich 1570; man kann dies aber nichtmit Sicherheit behaupten, weil in den Leichenbüchern vom MonatJuli 1570 bis 1571 eine Lücke ist.