mit heroischer Unerschrockenheit und schrieb die Geschichte desselbenmit philosophischer Unbefangenheit und patriotischer Wärme. Ersagt im Anfänge seiner Geschichte von Genf, schon früher, als er dieGeschichte der Völker zu lesen begonnen, hätte ihn seine Vorliebe zuden Freistaaten fortgczvgen; ihre Angelegenheiten ihn stets zur leb-haftesten Thcilnahmc angeregt. Diese Frciheitslicbc war ohne Zwei-fel die Ursache, daß er Genf zu seinem Vatcrlandc wählte. Bonni-vard noch jung, kündigte sich laut als Genfs Vertheidiger gegen denHerzog von Savoyen und gegen den Bischof an.
1519 begannen Bonnivards Leiden für sein Vaterland. Dader Herzog mit 500 Mann in Genf cingcrückt war, und Bonni-vard seinen Zorn fürchtete; so wollte er sich, um den Folgen diesesZornes zu entgehen, nach Freiburg zurnckzichcn; allein er ward durchzwei seiner Begleiter verrathen und auf Befehl des Fürsten nachGrolse abgeführt, wo er zwei Jahre lang in Gefangenschaft blieb.Bonnivard hatte Unglück auf seinen Reisen. Da sein Eifer fürGenf durch sein Mißgeschick nicht geschwächt worden war, so war erimmer noch ein gefährlicher Feind für die, welche es bedrohten undblieb deshalb auch ihren Streichen fort und fort ausgesetzt. 1530fielen ihn auf dem Jura Räuber an, plünderten ihn und lieferten ihnwieder in des Herzogs Hände. Dieser ließ ihn in das Gcfängniß vonChillon werfen, wo er ohne Verhör bis 1536 blieb. Jetzt erstwurde er von den Bernern befreit, die sich des Waadtlandes bemächtigthatten.
Bonnivard hatte die Freude, Genf frei und rcformirt wiederzu finde». Die Republik beeilte sich, ihm ihre Dankbarkeit an denTag zu legen und ihn für seine ausgcstandcnen Leiden zu entschädigen.Sic crthciltc ihm im Juni 1536 das Bürgerrecht, schenkte ihm dasHaus, das ehedem der Gcncralvikar bewohnt hatte, und wies ihmfür die Dauer seines Aufenthaltes in Gens eine Pension von 200Rcichsthalcrn in Gold an. 1537 ward er in den Rath der Zweihun-dert ausgenommen.
Bonnivard fuhr fort, seinem Vatcrlandc Dienste zu erweisen;nachdem er dahin gearbeitet hatte, Genf frei zu machen, gelang es