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2 (1854) Der Giaur. Die Braut von Abydos. Die Belagerung von Korinth. Parisina. Der Gefangene von Chillon. Mazeppa. Die Insel oder Christian und seine Gefährten. Beppo. Fragment des Vampyr
Entstehung
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Haß gegen dcnsclbc» ablcgtc, sondern sogar in das entgegengesetzte Ertrcmverfiel, so daß der Marquis nach ihrer Rückkehr ganz und gar nicht mehr Ur-sache hatte, seine früheren Borstellungen und Verweise zu erneuen.

Es geschah eines Tages, daß ein Diener des Marquis, mit Namen Zocscoder nach Andern Giorgio, beim Vorübergchen an den Gemächern dcr Parisina,eins ihrer Kammermädchen ganz außer Fassung und in Thräncn aus denselbenhcrauskvmmcn sah. Auf sei» Befragen erzählte sie ihm, wie stc von ihrerGebieterin eines kleinen Versehens wegen hart geschlagen worden sei. Sie ließihrer Wuth freie» Lauf und versicherte schließlich, sic konnte sich leicht rächen,wenn sic die strafbare Vertraulichkeit bekannt machte, die zwischen Parisinaund deren Stiefsohn stattfändc. Der Diener merkte sich diese Worte und hin-tcrbrachte sie seinem Herrn.

Dieser war darüber höchlich erstaunt und wollte kaum seinen eigenenOhren trauen; aber er überzeugte sich, ach! am 18. Mai 1123 nur zu deutlichvon der Wahrheit des Gesagten, indem er durch ei» Loch in dem Gesims vonseiner Gemahlin Schlafgemach hindnrchsah. Sogleich brach er in unbezähm-bare Wuth aus und ließ beide festnehmen, so wie auch de» Kammcrhcrrn seinerGattin Aldobrandinv Rangoni von Modena und nach Einigen außerdem nocbzwei Kammermädchen, die bei dieser sündhaften That Hehler und Beförderergewesen waren. Auf seine» Befehl wurden sic vor ein in Eile gebildetesGericht gestellt, an welches das Verlangen erging, das llrtheil in dengebräuchlichen Formen über die Schuldigen auSzusprcchcn. Dieses war Tod.

Einige verwandten sich zu Gunsten der Verbrecher; unter ihnen llgoccio»Contrario, der bei Nicolas Alles galt, und der bejahrte und hochverdienteMinister des Fürsten, Alberto dal Sale. Beicc baten ihn mit Thräncn in de»Augen und auf ihren Knie» um Gnade; sic brachten alle mögliche Gründe vor, dieihnen zu Gebote standen, um dadurch de» Schuldigen Verzeihung auszuwirken;auch auf seine Ehre, auf den Wohlanstand deutete» sic hin, der ihn hätte ver-anlassen könne», einen so ärgerlichen Vorfall geheim zu halten: allein seineWuth machte ihn unerbittlich, und erbefahl, daß der Spruch sogleich voll-zogen werden solle.

So wurde denn in den Schlvßgefängniffen, gerade in jenen furchtbarenKerkern, die man noch heutigen Tages unter dem Aurora-Zimmer sicht, andem Fuße des Löwcnthurms, oben a» der Straße zu Giovccca, in der Nachtdes 21. Mai erst Hugo, dann Parisina enthauptet. Zoesc, der sie angcklagthatte, führte die Letztere am Arme nach der Richtstättc. Sic glaubte indcßimmer i» einen Abgrund gestürzt zu werden, und fragte bei jedem Schritte, obsie die Stelle noch nicht erreicht hätte: man sagte ihr aber, ihre Strafe sei dasBeil. Sie erkundigte sich nun »ach Hugv'S Schicksal und erhielt zur Antwort,er sei bereits todt, worauf sic mit einem schmerzhaftest Seufzer ausrief:Nnu