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denn, ich selbst wünsche nicht zu leben! „An dem Block angelangt, inihm siesich mit eigner Hand ihren ganze» Schmuck ab, hüllte ihr Haupt in ein Tnchnnd empfing so den tödtlickcn Streich, womit der blntigc, herzzerreißendeAustritt schloß. Ein Gleiches geschah mit Rangoni, welcher nach den Nach-richten zweier Kalender ans der Bibliothek des heilige» Francesco nebst denAndern ans dem Kirchhofe jenes Klosters begraben wurde. Von den Franc»ist weiter Nichts bekannt.
Der Marquis wachte jene ganze Schrcckensnacht hindurch und fragte,während er auf und abging, den Scbloßcaplan, ob Hugo schon todt sei? Alsdieser cs bejaht hatte, überließ er sich den lautesten Klagen der Verzweiflung undrief: ,,O wäre doch auch ich todt, da ich das gegen meinen Hugo zn beschließengedrängt worden bin!" Er verbrachte nun die übrige Nacht in Seufzern undThränen, indem er mit den Zähnen an einem Stocke nagte, den er in der Handhielt, und häufig nach seinem geliebten Hugo rief. Am folgenden Tagerkannte er die Nothwendigkcit, eine Rechtfertigung für sich bekannt zumache», da er einsah, daß der Vorfall nicht könne geheim gehalten werden:er ließ daher einen Bericht davon aufsctzcn und schickte ihn an alle HofeItaliens.
Beim Empfang dieser Nachricht gab der Doge von Venedig, FrancescoFoscari, ohne Gründe anzuführen, den Befehl, mit den Vorkehrungen zu demTurniere cinzuhaltcn, das unter den Anspielen des Marquis und auf Kostender Stadt Padua auf dem St. Markusplatze, zur Feier seiner Besteigung desherzoglichen Thrones gehalten werbe» sollte. _
Außerdem, was schon geschehen war, gebot der Marquis auch in einemunbegreiflichen Ausbruche seiner Rache, daß alle verhcirathctc Frauen, die ihmals treulos bekannt waren, wie Parisina enthauptet werden sollten. Diese Strafeerlitt unter andern Barbarina, oder, wie Einige sie nenne», Laodamia Romci,die Gattin des Hofrichters, auf dem gewöhnlichen Richtplatze in dem Stadt-viertel St. Giacomo, der jetzigen Veste gegenüber, jenseits St. Paul.
Es ist nicht zn beschreiben, wie große Verwunderung dieses Verfahrenvon Seite» eines Fürsten erregte, der in Betrachtung seines eignen Charaktersvor allen Ander» in solchen Fällen hätte nachsicbtig sein sollen. Indessenfanden sich doch Einige, die nicht ermangelte», ihn deswegen z» loben und zupreisen.
(Frizzi, Geschichte von Ferrara.)