Druckschrift 
8 (1854) Stunden der Muße. Englische Barden und schottische Kritiker. Der Fluch der Minerva. Der Walzer. Ode auf Napoleon Bonaparte. Hebräische Melodien. Todtenklage auf den edeln R. B. Sheridan. Der Traum. Finsterniß. Tasso's Klage. Ode auf Venedig. Das eherne Zeitalter ... . Vermischte Gedichte
Entstehung
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2.

Für Völker ist kein Hoffen! Lies die Seite»Von den Jahrtausenden was täglich kehrt,

Die Ebb' und Flut der wcchselvollcn Zeiten,

Das ew'gc Sein von dem, was war, es lehrtUns wenig oder nichts: doch traun wir Dingen,Die faulen unter unsrer Last, doch bringenWir unsre Kraft um, weil mit Lust wir ringen;

Das eigne Wesen beugt uns; Tbicre, dieFür Feste hundcrtwcis wir schlachte», sieStehn uns ganz gleich sie müssen gehen still,

Und wär's zum Tod, wohin ihr Treiber will.

Die ihr für Kön'ge hinströmt euer Blut,

Was thun sic dafür euer» Kindern gut?

Ein Erbtheil nur von Sklaverei und Qualen,

Nur blinde Knechtschaft, wofür Schläge zahlen.

Wie! brennt die glüh'ndc Pflugschar nicht noch jetzt,Drauf ihr zu falschem Urthcil euch gesetzt,

Was ihr für echte Probe habt erkannt,

Die Hand noch küssend, die euch Schmerz gesandt,Euch preisend, als der Glutstral euch bereit?Was ihr ererbt von Vätern, von der Zeit,

Als freies Erbe, Thatcn der Geschichte,

Hat andern Ursprung! Ihr lcs't die Berichte,Bewundert, seufzt und müßt verblutend fallen!

Die Wcn'gc» ausgenommen, trotzend Allen,

Und schlechter auch als Alle, die entsprungenDen Kerkcrmaucrn, sich cmporgeschwuugcnDurch Unthat, durstig nach der süßen FlutDes Freihcitsquclls; indcß die Meng' in WurhVor hundertjähr'ger Dürre, drängt und flucht,

Und Eins dem Andern zu entreißen suchtDen Becher, der vergessen läßt die Bande,