Druckschrift 
8 (1854) Stunden der Muße. Englische Barden und schottische Kritiker. Der Fluch der Minerva. Der Walzer. Ode auf Napoleon Bonaparte. Hebräische Melodien. Todtenklage auf den edeln R. B. Sheridan. Der Traum. Finsterniß. Tasso's Klage. Ode auf Venedig. Das eherne Zeitalter ... . Vermischte Gedichte
Entstehung
Seite
223
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2 .

Die Harfe hat des Sattgeliet'ten.

Dic Harfe hat des Gottgcliebten Hand,

Der königlich,' Sänger einst geschlagen!

Musik hat sie geheiligt »nd empfandBei ihrem Klang ein seclenvolles Klagen-,

Ihr Schweigen wird nun doppelt schwer sic tragen

Sic weckte selbst im cl/rncn Mann Gefühl,

Lieh manche Tugend ihm, die er nicht kannte;

Es war kein Ohr so stumpf, kein-Hcrz so kühl,Das nicht bei ihrer Töne Klang entbrannte,

Bis man sie mächt'gcr als den Thron benannte.

2 .

Sic sang einst unsres Königs Sieg und Glanz,Sic pries de» Ewigen mit tausend Heile»,

Sie ließ sich dreh» der Hügel bunten Kranz,

Dic Cedcrn wanken und die Thälcr eilen,

Gen Himmel schwebt ihr Ton, uni dort zu weilen.

Auf Erden zwar verklang sic jedem Ohr;Andacht mit ihrer Tochter Liebe schürenDic Herzen nur noch an mit einem ChorBon Tönen, Träumen, die vom Himmel rührenUnd dic kein Licht des Tages kann entführen.