Schau' um dich hcr, das kleinste Blatt bemerke,
Blick' auf dic schönen, jetzt gerühmten Werke,
Ja selber die Satyre muß es sagen,
Es fehlt an Barden nickt in unfern Tagen;
Dic Presse seufzt, die Bürde drückt sie nieder,
Dic Drncker schütteln ihre müden Glieder,
Fast bricht der Sims von Southey's Werken einUnd Littlc's Lieder prangen winzig klein.
„Nichts Neues sicht die Sonne," sagt uns zwarDer Prediger, doch wir wechseln immerdar:
Wie reizen Wunder uns ohn' Unterlaß!
Kuhpockeu, Galvanism, Traiteurs und Gas,
Dies Alles bringt Bewunderung hervor;
Dic Blase springt, und — Dunst mir steigt empor!Auch fehlt es nicht an neuen Dichterschulcn,
Wo um den Preis schwachkvpfigc Werber buhlen:
Es glückt den Pseudobarden wol einmal,Land-Lcsccirkel beugen sich vor Baal,
Man stürzt den wahren Genius vom Throne, —Daß aus dem Altar nun ein Götze wohne,
Ein bleiern Kalb — denn gleich ist jeder GottVom Schwärmer Southcy bis zum Kriecher Stott.
Sich, wie das Scriblcrvolk sich drängt in ChörenZur Musterung, sein Urthesl anzuhörcn!
Ein Jeder spornt den Dichtergaul voll Eile,
Schritt halten Reim und ungereimte Zeile;
Es schnullt der Strom der Oden und Sonette,
Und Schrcckgcschichtcn laufen um dic Wette;Versmaße, nicht zu messen, kommen da,
Dic gierige Narrheit liebt den Wechsel ja!
Nach dem, was seltsam, mystisch, trachtet sieUnd staunt sic an, versteht sic cs auch uic.