Druckschrift 
8 (1854) Stunden der Muße. Englische Barden und schottische Kritiker. Der Fluch der Minerva. Der Walzer. Ode auf Napoleon Bonaparte. Hebräische Melodien. Todtenklage auf den edeln R. B. Sheridan. Der Traum. Finsterniß. Tasso's Klage. Ode auf Venedig. Das eherne Zeitalter ... . Vermischte Gedichte
Entstehung
Seite
135
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Lied.

Wen» als Hochländerknab' ich dic Haiden durchstreifte,Deinen Gipfel erklimmend, o Morvcn voll Schnee,

Zu sehn, wie der Bcrgstrom, der donnernde, schweifte,

Wie unten dic Wolken sich ballten zum Sec:

War fremd ich der Furcht, und schwach nur an Wissen,

War rauh wie dic Felsen im Jngendrevier,

Ein einzig Gefühl nur könnt' ich nicht missen,

Du weißt cs, Marie, es vereint sich in dir!

Doch war's wol nicht Liebe, da fern mir der Namen,

Da Leidenschaft nimmer den Knaben verletzt;

Doch was für Gefühle mich einst übcrkame»,

Dieselben gewahr' ich und fühl' ich noch jetzt.

Ein Bild nur ist stets meinem Herzen begegnet,

Ich liebte die nächtigen Gegenden hier,

Ich brauchte nur wenig, ich war ja gesegnet,

Rein war mein Gedanke, da stets er bei dir!

Schon früh mich erhebend, de» Hund als Begleiter,

Von Bergen zu Bergen so schweift' ich entlang,

Ich warf in die Dee mich, wild trug sie mich weiter,

Ich horchte des Hochländcrs fernem Gesang.

Des Abends schlief sanft ich auf moosigem Pfühle,

Und Träume von Marie nur spielten in mir,

Erhob ich znm Himmel dann meine Gefühle,

Erfleht' ich den Segen des Himmels nur dir.

Meine Heimat verließ ich, dic Träume verbittert,

Dic Berge verschwunden, dic Jugend verrauscht,

Der letzte des Stammes, der einsam verwittert,

Der nur noch den süßen Erinn'rungen lauscht,