Den gastlichen, bescheidnen, biedern Mann,
Geduldigen Geistes, fromm und stolz und frei,
Zwar harmlos, doch voll edel» Selbstgefühls,
Dem Schlaf, Gesundheit Nacht und Tage würzt,
Dcß schuldlos Tagwerk durch Gefahr geadelt,
Dem eines heitern Alters Hoffnung winkt,
Sv wie ein Grab, mit Kreuz und Kranz geschmückt,Worauf die Inschrift seiner Enkel Liebe —
Dies Alles seh' ich — blicke dann in mich —
Gleichviel — längst ausgebrannt war meine Seele.
Gcmsenjägcr.
Und tauschtest du dein Loos nicht gegen mcins?
Manfred.
Nein, Freund! nicht will ich dich betrügen, — nichtMit irgend jemand tauschen, — ich kann tragen —
Ob elend anch — cs ist zu tragen noch —
Wol könnten's Andre nicht im Traum erdulden,
Es würde sie im Schlafe tödtc».
Gcmsenjägcr.
So gesinnt,
Mit diesem Zartgefühl für fremdes Leid,
Wärst du doch schuldbefleckt? — Nein, säg' das nicht!Kann solch ein edler Sinn an seinen FeindenDoch Rache nehmen?
Manfred.
Nein, o nein, o nein!
Mein Frevel traf nur Jene, die mich liebten,
Die ich am meisten liebte; keinen FeindErschlug ich, außer im gerechten Kampf, —
Doch mein Umarmen tödtctc.
Gcmsenjägcr.
Der Himmel
Mag dir verzeih» und Buße dich versöhnen!
Dein denk' ich im Gebet!