Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
17
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Fürchtet Euch nicht, Sire, wir find allein, undich beeile mich, denn die Augenblicke find kostbar. EuereMajestät kann uns durch ein einziges Wort zurückgeben,was die Sache der Religion durch die Ereignisse desJabreS verloren hat. Wir wollen klar, kurz, offenherzigseyn."

Ich höre, mein braver Mouy," antwortete Heinrich,als er sah, daß es unmöglich war, die Erklärung zuvereiteln.

Ist cs wahr, daß Eure Majestät die protestan-tische Religion abgeschworen hat?"

i,Es ist wahr," sprach Heinrich.

Ja, aber mit den Lippen oder mit dem Herzen?"

Man ist immer dankbar gegen Gott, wenn Er nnsdasLeben rettet," erwiederte Heinrich, die Frage umdrehend,wie es bei solchen Fällen seine Gewohnheit war,und Gotthat mich bei dieser grausamen Gefahr sichtbar geschont."

Sire," versetzte vonMouy,gestehen wir Eines."

Was?"

Daß Eure Abschwörung keine Sache- der Ueber-zeugung, sondern der Berechnung ist. Ihr habt abge-schworen, damit Euch der König das Leben kaffe, undnicht, weil es Gott Euch erhalten hat."

Was auch die Ursache meiner Bekehrung seyn mag,von Mouy, ich bin darum nicht minder Katholik."

,Ja, aber werdet Ihr es bleiben? Werdet Ihr beider ersten Gelegenheit, die sich bietet, Eure Eristenz-und Gewissens-Freiheit wieder zu erlangen, diese nichtergreifen? Wohl, diese Gelegenheit bietet sich: La Ro-1 eheste ist im Aufruhr begriffen, Roussillon und Bearu' warten nur auf ein Wort, um zu handeln; in der Guy-enne schreit Alles nach Krieg. Sagt mir nur, daß Ihrein gezwungener Katholik seyd, und ich stehe für dieZukunst."

Man nöthigt einen Edelmann von meiner GeburtSkonigin Margot. II. 2