geologischen Verhältnisse im ganzen und grossen orien-tiert, wenn wir auch über die Details und leider vorallem über die genauere Stellung der einzelnen For-mationen infolge des Mangels an systematischen Unter-suchungen noch recht wenig wissen.
Vor allem steht fest, dass die Gesteine, welche,wie oben ausgeführt wurde, die Hauptmasse, denGrundstock Aethiopiens bilden, auch hier die grössteVerbreitung haben; es sind aber auch jüngere For-mationen reichlich vertreten, und bei eingehenderUntersuchung wird man sie wohl, wenn auch nur inResten, noch in vielen Gegenden auffinden, die manbisher als aus rein krystallinischen Gesteinen bestehendansah.
An der Küste treten, wie es scheint, die krystal-linischen Gesteine überhaupt nicht auf; man fand sieerst in den Randgebirgen und in dem denselben imNorden unseres Gebietes sich anschliessenden Vorlande.Sie herrschen hier im Hinterlande von Tanga vonBondei an landeinwärts und bilden die Gebirge undHochländer von Usambara, Pare und Ugueno; südlichdes Pangani setzen sie das Innere von Useguha unddie Ungüu-Berge zusammen; am Wami beginnen sieschon am Dilima und Pongwe-Berg, bilden dann diehöheren Berge von Ukami, vor allem die Uluguru-Berge und jenseits des Mukondokwa auch die Gebirgevon Usagara.
Weiterhin treten sie schon in Khutu und am oberenRufidji unter den dort vorwaltenden Sedimentärgesteinenzu Tage und sind dann, wie es scheint, in den hohenGebirgen, welche das Ulanga-Thal von dem Uhehe-Hochland trennen, die alleinherrschenden Gesteine.Auch in dem Livingstone-Hochland östlich des Nyassa-Sees scheint dies der Fall zu sein, und von hier ausnach Osten sind sie, wenn auch zum Teil von Sand-stein bedeckt, nördlich und südlich des Rovuma bisüber Massassi nachgewiesen.
In all den erwähnten Gebieten sind Gneisse dieweitaus vorherrschenden Gesteine; Granite sind hier ingrösseren Massen bisher nur am Ostufer des Nyassa-Sees südlich der Amelia-Bai und am Rovuma oberhalbder Mhoessi-Mündung gefunden worden; andere krystal-linische Gesteine sind zwar überall vertreten, scheinenaber nirgends grössere Bedeutung zu gewinnen; nur inUkami sind Quarzite häufig, und in Usagara sollensogar alte fossilführende Gesteine im Gneissgebiet vor-handen sein.
Anders sind die Verhältnisse im Innern Deutsch-Ostafrikas, in den weiten, meist wenig gebirgigen Hoch-ländern, die sich von Ungüu, Usagara und Uhehe biszum Viktoria-See ausdehnen. Allerdings herrschen hierin der Massai-Steppe, in West-Usagara und wohl auchnoch im Massai-Hochland, das heisst in dem Gebietzwischen dem Manjara-See und dem Speke-Golf, an-scheinend auch im Gebirgsland zwischen dem Kilima-
ndscharo und dem Natron-See Gneisse, aber im Hoch-land von Uhehe und Ubena, in Usango, im westlichenUgogo und Usandaui, sowie in dem ganzen Gebiet vonda an bis zum Viktoria-See-Südufer, also in Unja-mwesi und den angrenzenden Landschaften, fand manfast ausschliesslich Granite.
Davon verschieden sind wieder die Verhältnisse inden Grenzgebieten unserer Kolonie nach dem Innernzu, welche zum Teil mehr Gebirgscharakter tragen.In dem Gebiet zwischen dem Nyassa-Nordende unddem Südende des Tanganyika treten ausser Granitenund Gneissen auch Thonschiefer auf; krystallinischeSchiefer und Gneisse setzen auch die gebirgigen Länderam Tanganyika-Ostufer grösstenteils zusammen; in Fipasind aber am See selbst grosse Massen von alten Eruptiv-gesteinen, vor allem Porphyren vorhanden, und inKawendi sind die alten Gesteine meist von Sandstein-schichten bedeckt. Erst nördlich des Malagarasischeinen diese alten Schichten wieder fast ausschliess-lich zu herrschen und vor allem das ganze sogenannteZwischenseegebiet einzunehmen, doch treten hier Gneisseund Granite grösstenteils sehr zurück; Quarzite, Phylliteund ähnliche Gesteine, die übrigens auch im Gebietvon Karema und ebenso an der Südostecke des Vik-toria-Sees häufig zu sein scheinen, walten hier vor.
Von jüngeren Formationen sind aus Deutsch-Ost-afrika vor allem Sandsteine in meist horizontaler Lagezu erwähnen, welche öfters von Thonschiefern, seltenauch von Kalken begleitet werden. Diese in den ver-schiedenen Gegenden vorkommenden Gesteine darf manwahrscheinlich als Reste einst weit verbreiteter Deckenansehen, ob sie aber alle unter sich gleichalterig sind undob sie wirklich der Steinkohlen- oder vielmehr derKarooformation, der man sie meistens zuzählt, angehören,muss infolge des Mangels an sicher bestimmten Fos-silien dahingestellt bleiben. Am Tanganyika-Ostufer,besonders in Kawendi, ferner in Urungu treten solcheSandsteine weit verbreitet auf; diese hingen sicher einstmit den älteren Sedimentgesteinen des Kongobeckens,den sogenannten Kundelungu-Schichten zusammen. AmNyassa-See-Westufer und anscheinend auch in den Hoch-ländern nördlich desselben finden sich ferner an vielenPunkten solche Sedimentgesteine. Es sind wahrschein-lich Reste eines Schichtsystems, das einst von hierüber das Loangwa-Thal bis zum Zambesi verbreitetwar; man fand darin am letzteren Fluss Steinkohlen-pflanzen, am Nyassa-Westufer Steinkohlen und naheunserer Grenze auch Ganoidfische, die dieser Formationangehören dürften.
Vereinzelt werden solche Gesteine auch vomUgombo-See in West-Usagara und aus dem Gebietzwischen diesem und dem Uhehe-Hochland erwähnt;in den Landschaften östlich der hohen Randgebirgeaber sind diese Schichten sehr verbreitet. Sie bildenganz im Süden das Makonde-Plateau und treten hier
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