Kamerun-Herges am Massake, Isambenge, Jongalove,Lokelle, am Loe Kriek und bei Kitta Faktorei Sand-steine, sowie Thonschiefer. Es wurden dort auch Fos-silien, Fischreste und Molluskensteinkerne gefunden, diedarauf hinweisen sollen, dass hier marine Kreide ist.Vielleicht gehören auch die Sandsteine an den Kamerun-Zuflüssen dieser im Küstengebiet des äquatorialen West-afrikas öfters gefundenen Formation an, die Sandsteineim Benue-Thal dürften aber viel älter sein.
Jüngere Alluvien und Sedimente sind in Kamerunsehr verbreitet. Am Unterlauf sämtlicher Flüssenördlich des Lokundje setzen Laterite und Schwemm-land, vor allem schlammige Mangrovesümpfe die ganzeNiederung zusammen, auch nördlich des Kamerun-Berges sind sie in den Küstengegenden allgemein ver-breitet.
Im Innern spielen sie eine noch bedeutendereRolle. Am Benue entlang ist vor allem grauer alluvialerLehm, an der Mao Kebbi-Mündung und oberhalb vonLaddo finden sich aber auch, offenbar ältere, ausgedehnteSchotterlager.
In der noch wenig bekannten Südostecke unsererInteressensphäre sollen am Sanga und Ngoko Alluvienalles bedecken, es sollen dies die Ablagerungen einesgrossen Sees sein, der am mittleren Kongo bis zurjüngsten Tertiärzeit existierte. Auch im Norden unseresGebietes, nördlich des Mandara-Gebirges und am Shariund Logone sollen Sand, Lehm und Moorboden fast aus-schliesslich die weiten Ebenen bedecken und es liegtdie Annahme nahe, dass auch dies in der HauptsacheAblagerungen in einem riesigen Seebecken sind, dessendürftigen Rest der Tsad-See darstellt.
Sehr wichtig sind in unserem Gebiete junge Erup-tivgesteine; vor allem ist der bekannte Kamerun-Bergzu erwähnen, der sich isoliert vom Meer bis zu 4000 merhebt und aus Basalt und dessen Aschen und Tuffenzu bestehen scheint. Obwohl dicht an der Küste ge-legen und kulturell sehr wichtig, ist er leider nochimmer nicht systematisch untersucht; wir wissen jetztnur, dass er zahlreiche, wohl erhaltene Krater und jungeLavaströme besitzt und dass in Tuffen unten an seinerWestseite zahlreiche Landpflanzen Vorkommen, die, so-weit sie untersucht sind, noch jetzt dort wachsendenArten angehören, sodass also der Vulkan sehr jung istund vielleicht noch bis in die Neuzeit hinein Ausbrüchegehabt hat.
Hinter ihm stellen die Kessel des Kotta-, Elefanten-und Soden-Sees wahrscheinlich Ausbruchstellen dar; dasganze Land, dessen Grundlage Gneisse bilden, ist hiervon Basaltdecken eingenommen und das Gleiche scheintim Fan-Gebiet nördlich von Abo-Land der Fall zusein, wo der Kupe-Berg wohl ein Vulkankegel ist.
Auch im Innern sind junge Eruptivgesteine häufig,besonders nördlich und südlich von Ngaumdere werdenAusbruchstellen, Basaltdecken und Phonolitkegel erwähnt,
Reste einer Basaltdecke finden sich ferner auf demKorrowal-Plateau bei Ssagdje, und Basalt mit Phonolit-kegeln soll auch das Tshebtshi-Gebirge überdecken.
Ferner soll Säulenbasalt in Baliland Vorkommen; derGabriel- und Elisabeth-Berg am Benue unterhalb desGongola-Einflusses und die Barndaki-Berge bei Garuascheinen jungvulkanisch zu sein, vom Madugu-Bergbei Yola ist dies erwiesen, Trachyt endlich tritt an denoben erwähnten Sandstein-Mulden im Kebbi-Gebiet auf.Bei genauer Erforschung dürfte man diese Eruptiv-gesteine besonders im Innern noch häufig finden, siebieten nicht nur wissenschaftliches Interesse, sondernsind auch wirtschaftlich wichtig, da ihre Zersetzungs-produkte im Ganzen fruchtbarer zu sein pflegen als dieder krystallinischen Gesteine. Doch kommt an beidenin unserem Gebiet häufig die Bildung von Laterit vor,eines durch reichen Eisenoxydgehalt intensiv rot ge-färbten, thonig sandigen Zersetzungsproduktes, dasim Allgemeinen nicht sehr fruchtbar ist.
Interessant ist, dass in Kamerun speziell in Ada-maua zwei Richtungen eine besondere Rolle zu spielenscheinen, von welchen die eine von O. nach W. ver-läuft und im Streichen von Granitketten, Porphyrgängen,in den erwähnten Sandstein-Mulden und an Plateau-Rändern im Benue-Gebiet hervortritt, die andere abervon SSW. nach NNO. streicht und sich auf weitereStrecken hin nachweisen lässt. Denn sie tritt nichtnur im erwähnten Gebiet im Streichen der Schichten undder alten Eruptivgesteine auf, sondern ist vor allem dieRichtung einer Linie, welche durch die Vulkaninselndes Guinea-Golfes und den Kamerun-Berg geht und imInnern in der Längsachse des mit jungen Eruptiv-gestein bedeckten Tshebtshi-Gebirges bis zu den Vul-kanen Gabriel und Elisabeth am Benue sich ver-folgen lässt.
Von nutzbaren Mineralien ist leider fast nichts be-kannt, nur Eisenerze treten häufig auf, sie werden imInnern von den Eingeborenen öfters gewonnen, dochhaben diese Vorkommnisse für Europäer keine Be-deutung, vor allem, so lange keine Kohlen gefundensind. Gold ist am Sannaga und in Aboland in krystal-linischen Gesteinen, aber nur in geringer Menge, nach-gewiesen worden; beider weiten Verbreitung derselbenist die Hoffnung nicht unberechtigt, dass dieses oderandere wertvolle Mineralien, an welchen diese For-mationen, besonders in Aethiopien, oft reich sind, ingenügender Menge gefunden werden. Jetzt sind nochviel zu wenig Untersuchungen vorgenommen, dergrösste Teil des Gebietes ist ja überhaupt noch un-erforscht, ein absprechendes Urteil ist in dieser kragedaher absolut unberechtigt.
Ueber Deutsch-Ostafrika liegt eine ausserordentlichgrosse Zahl von Berichten vor, von welchen aberleider nur wenige zuverlässig sind und von Fachleutenstammen. Immerhin sind wir hier doch über die
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