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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
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auch noch westlich von Mesule auf; am oberen Rufidji,in Khutu, Ost-Ukami und in Usaramo sind sie wohlentwickelt, weiter im Norden jedoch sollen sie in unsererKolonie nur noch bei Umba in Tangaland vorhandensein, dort aber marine Carbonfossilien enthalten, währendvon den vorher erwähnten Gegenden nur Reste vonLandpflanzen erwähnt werden.

Im Küstengebiet nördlich des Rufidji sind nun vorund über diesen alten Schichten, aber in fast gleicherLagerung Sandsteine, Mergel und Kalke gefunden, welchenach ihren Fossilien grösstenteils dem marinen oberenJura angehören; ganz an der Küste endlich sind fastüberall junge Korallenkalke, die auch die der Küstevorgelagerten Inseln zusammensetzen.

Dass im ganzen Gebiet die Zersetzungsproduktedieser Gesteine, vor allem Laterit und an den FlüssenAlluvien verbreitet sind, braucht nicht erst hervor-gehoben werden, im Innern sind an Seen und inNiederungen öfters auch Kalke gefunden worden, so inder Steppe südlich des Kilimandscharo, wo in ihnendieselben Schnecken-Arten fossil Vorkommen, die dortheute im Djipe-See leben.

Besonders zu erörtern sind aber noch die jungenEruptivgesteine, welche in unserem Gebiet eine grosseRolle spielen. Im Küstengebiete werden sie allerdingsvon einigen Punkten erwähnt, ihr Vorkommen ist aberdort noch nicht recht sicher gestellt. Im Innern sindjedoch zahlreiche, oft sehr grosse Vulkane vorhanden,die, wie es scheint, fast alle erloschen sind. Dies istder Fall bei dem gewaltigen Kilimandscharo, demhöchsten rein vulkanischen Berg der Erde, und bei allenseinen zahlreichen Nachbarkratern, auch beim Meru-berg, an den sich nach Westen zu wohl weitere Vul-kane anschliessen. Nur vom Dönjo Ngai südlich desNatron-Sees, ist sicher, dass er noch nicht erloschenist. In dieser Gegend sind vulkanische Gesteine weitverbreitet, sie bedecken das Massai-Hochland bisnördlich des Eiassi-Sees, treten auch in Ufiomi auf,scheinen aber weiter im Süden zu fehlen, denn nurnoch der Gurui-Berg und seine Umgebung ist vulkanisch.Erst ganz im Süden, in Kondeland, sind wieder z. T.recht stattliche Vulkane. Eigentlich schon jenseitsunserer Grenzen liegt dann noch ein anderes sehrinteressantes Vulkangebiet am Nordufer des Kivu-Sees,wo auch ein Vulkan noch jetzt thätig ist. Die anderenVorkommnisse jungvulkanischer Gesteine im Innernsind zu unbedeutend, um besonders erwähnt zu werden.

Fast alle diese Eruptionstellen sind mit gewaltigenBruchlinien in Zusammenhang zu bringen, welche dasäquatoriale Ostafrika durchziehen und in der Haupt-sache das Relief dieses Gebietes bedingen.

Eine dieser grossen Bruchlinien, gekennzeichnetdurch einen oft sehr schroffen Plateaurand, verläuftals Fortsetzung von solchen im englischen Gebiet querdurch das unserige ungefähr in nordsüdlicher Richtung

vom Natron-See bis West-Ugogo und von da wahr-scheinlich weiter bis nördlich des Konde-Hochlandes,wo sie völlig unterbrochen ist. In ihrer weiteren Fort-setzung liegt das Konde-Land mit seinen Vulkanen undder Nyassa-See, der einem Grabenbruche seine Ent-stehung verdankt. Das letztere dürfte auch bei dentief in die Hochländer eingesenkten Becken des Rikwa-und des Eiassi-Sees der Fall sein und auch dasPangani-Thal vom Kilimandscharo an scheint ein Grabenzu sein. Sicher ist dies aber nur bei dem schmalen,langen Depressionsgebiet, in welchem der tiefe Tanga-nyika-See, der Kivu-See mit seinen Vulkanen, derAlbert Edward- und Albert-See liegen und an demauch jetzt noch als Zeichen von Bewegungen der Erd-kruste häufig Erdbeben beobachtet werden.

Wie in Kamerun, so scheinen auch in Deutsch-Ostafrika 2 Richtungen, eine von Südsüdwest nachNorclnordost, die andere aber von Südsüdost nach Nord-nordwest im Streichen der Schichten und im Verlaufder Bruchlinien zu herrschen; doch ist die Forschungnoch nicht weit genug vorgeschritten, um darauf nähereingehen zu können. Dasselbe ist leider auch der Fallbei der interessanten Frage, ob die Eiszeit, die beiuns so markante Spuren zurückliess, sich auch dortbemerkbar machte. Neuere Untersuchungen am Keniaund Ruwenzori machen dies wahrscheinlich und viel-leicht ist auch das Vorkommen vieler ausgetrockneterSeen und die Merkmale, welche auf einen höherenStand des Spiegels der noch existierenden hinweisen,als Beweis einer Periode grösserer Feuchtigkeit, alsoeiner »Eiszeit in Afrika« anzuführen.

Von nutzbaren Mineralien liegen begreiflicherWeise bei dem jetzigen Stand unserer Kenntnisse nochnicht allzuviele positiven Daten vor, es gilt auch hierdas bei Kamerun darüber Gesagte. Doch besitzen wirimmerhin Beweise, dass der Boden unseres Gebietesmineralische Schätze birgt und es handelt sich nurdarum, dieselben in abbauwürdigem Zustand zu finden.

Um mit den Vorkommnissen in den jüngerenAblagerungen zu beginnen, ist vor allem Kopal, einsubfossiles Harz, zu erwähnen, dass schon seit längererZeit in den Küstengebieten aus der Erde gegrabenwird und einen Ausfuhrartikel darstellt. Ferner kommtKochsalz vielfach in den trockenen, abflusslosenGegenden im Innern Deutsch-Ostafrikas vor, z. B. inder Steppe am untern Wembere, am Manyara- undNatron-See, in Ugogo und Uvinsa. Der Boden ist oftganz davon bedeckt; die Eingeborenen laugen es darausaus und treiben Handel damit.

Aehnlich ist auch Eisen in den jungen Alluvienund Zersetzungsprodukten oft in genügender Mengevorhanden, um den Eingeborenen eine primitiveIndustrie zu ermöglichen, so in Usindja und im Pare-Gebirge. Für Europäer kommen aber diese Lager kaumin Betracht. Wenn je die Gewinnung von Eisen lohnen

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