sehr stark ausgedehnt; im linken die typische Spirale mitden Ketten, im rechten eine Münze und verschiedeneRinge. Hände lang, schmal; Nägel kurz, flach, weiss.
No. 14. Ramea (oder Ramberi?), </, Massaiaus Moschi, um 30 Jahre; (vergl. die Photographie aauf Tafel XIV) kräftiger, gut genährter Mann. Hautdunkel rötlich-braun; Gesicht etwas heller; Unterlippein ihren oberen Teilen leicht rötlich. In der Bauch-gegend, unter dem Nabel zwei lange, nach oben konkaveReihen von regelmässig angeordneten Tätowiernarben.Am linken Auge die Iris braun, Sklera gleichmässiggelblich, Conjunctiva schwach schmutzig verfärbt. Dasrechte Auge total erblindet, mit vollständiger Trübungder Hornhaut (Blennorhoe?). Augen leicht mandel-förmig, gross, schräg. Haar fast schwarz, kraus, teil-weise »büschelständig«, fil-fil; sehr weich. EinzelneHärchen am Kinn und an der Oberlippe.
Kopf gross, lang, breit, mässig hoch. Hinterhauptwenig ausladend. Gesicht oval. Stirn hoch, fast ge-rade, breit, voll, etwas gewölbt; ganz leichte Andeutungvon Brauenwülsten. Wangenbeine leicht vortretend.Nasenwurzel breit, recht hoch; Rücken fast gerade,nur ganz wenig konkav; Septum dünn und schmal;Flügel dünn; Löcher fast schmal, mindestens als längs-oval zu bezeichnen! Oberlippe dünn, Unterlippe etwasvoll. An den Rändern beider Ohrmuscheln je ein Loch;beide Läppchen sehr stark ausgezogen. Hände sehrlang, schmal; Nägel kurz, flach, breit.
No. 15. III ii 1 u (Delalo? offiziell Delado?), c AMassai aus Moschi, um 30 Jahre (angeblich nur 21);(vergl. die Photographie c auf Tafel XV). Der Ehe-gatte der beiden unter No. 5 und No. 11 angeführtenFrauen. Gross, ganz besonders kräftig, gut genährt.Haut hell rötlich-braun; Unterlippe rötlich. Iris hell-braun, Sklera gelblich, Conjunctiva im Bereich der Lid-spalte injiziert, infiltriert und etwas schmutzig verfärbt.Kopfhaar dunkelbraun, kraus, sehr lang, mässig weich.Der spärliche Bart rasiert.
Kopf gross, lang, mässig, breit, sehr hoch. Hinter-haupt etwas ausladend. Gesicht schmal, lang oval,kaum prognath. Stirn sehr hoch, gerade, breit, mitAndeutung von Kielform, gewölbt. Wangenbeine an-gelegt. Nase schmal; Wurzel schmal und hoch; Rückengerade; Septum dünn und lang; Flügel dünn; Löcherrundlich, etwas quer-oval. Lippen nicht dick, etwasvoll. Im Unterkiefer fehlen die mittleren Schneide-zähne; das übrige Gebiss intakt, gut gehalten, gesund.Am Rande beider Ohrmuscheln je ein Loch; die Läpp-chen kolossal ausgedehnt; ausser den typischen eisernenSpiralen werden in beiden Läppchen, etwa in der Mitteder herabhängenden Schenkel derselben, noch kleineglänzende, enganliegende Kupferringe getragen. Händegross, lang, schmal; Nägel lang, gewölbt.
Mann von grosser Intelligenz und sehr ruhigem,ernstem, liebenswürdig gefälligem Wesen.
No. 16. Menädi (offiziell Menote), Massai ausMoschi, um 25 Jahre; (vergl. die Photographie b aufTafel XIII) gross, sehr abgemagert, schlecht genährt,phtisisch. Haut rötlich-braun, Gesicht sehr hell. Irisganz besonders dunkel; Sklera weiss; Bindehaut farblos.Augen mandelförmig, leicht schräg. Haar schmutzigbraunschwarz, kraus, weich. Kein Bart.
Kopf gross, lang, mässig breit, hoch; Hinterhauptetwas vorgewölbt. Gesicht sehr schmal, lang. Stirnhoch, fast gerade, breit, voll, wenig gewölbt. Wangen-beine trotz der grossen Magerkeit des Gesichtes nochimmer als angelegt zu bezeichnen. Nasenwurzel eherschmal, hoch; Rücken leicht konkav; Septum dünn,lang (0,8—0,9 cm); Flügel dünn; Löcher rundlich, leichtquer-oval. Lippen dünn, etwas voll. Zähne volkommenintakt (auch die Schneidezähne im Unterkiefer voll-zählig!), gut gehalten, gesund. An den Ohrmuschelnjederseits am oberen Rande je ein Loch. Läppchenstark ausgezogen; doch wird die typische Spirale nurim linken Läppchen getragen, das rechte ist zur Zeitseines Aufenthalts hier ohne Schmuck und hat sich dernormalen Form schon wieder etwas genähert. Händegross, lang, schmal; Nägel kurz, wenig gewölbt, dunklerals bei allen übrigen anwesenden Massai.
Ein guter, freundlicher, liebenswürdiger Mann, der,wenn er nicht gerade von Husten und Atemnot ge-peinigt wird, recht vergnügt sein kann. Er ist der ein-zige unter allen Schwarzen in Treptow, der mir ausfreien Stücken eine Haarprobe anbietet, während geradeunter seinen engeren Landsleuten eine ganz besondereScheu davor besteht, sich auch nur einige Haare ab-schneiden zu lassen. Sie behaupten, sterben zu müssen,wenn man ihre Haare forttragen kann; es giebt zudenken, dass gerade der zweifellos kränkste unter derganzen Gesellschaft dieses Bedenken nicht haben sollte;fast möchte man meinen, er fühlte sich so krank, dasses ihm schon nicht mehr darauf ankäme, ob man seineHaare zu einer Zauberei benützen könne oder nicht.
No. 17. Kidälo, $, Massai aus Moschi, um30 Jahre (vergl. die Photographie b. auf Tafel XVII);angeblich die Frau des viel jüngeren Lindokai (No. 1);kräftig, sehr gut genährt, eigentlich schon als korpulentzu bezeichnen. Haut rötlich-braun; Gesicht ausge-sprochen heller. Lippen recht dunkel. An beidenArmen zahlreiche kleine Narben, anscheinend zumSchmuck gebrannt; ungewöhnlich grosse, erhabeneImpfnarben. Iris braun, heller als bei den meistenanderen Massai. Sklera leicht gelblich, Conjunctiva imBereich der Lidspalte etwas dicker und schmutzig ver-färbt. Augen leicht mandelförmig, etwas schräg. Haarganz kurz, wird »jede Woche« rasiert, fast schwarz,»büschelständig«.
Kopf lang, schmal, mässig hoch; Hinterhaupt nurwenig ausladend. Gesicht oval, wenig prognath; Stirnhoch, gerade, eher breit, voll, gewölbt. Wangenbeine
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