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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
Entstehung
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können gelegentliche Tornados auch in dieser Zeit er-hebliche Regenmengen bringen. Morgens herrschthäufig starker Nebel, und nachmittags ist der Himmelmeist mit einem dünnen Dunstschleier überzogen,abends ist' das Wetter meist heiterer als in anderenJahreszeiten, wenn auch die Fernsicht infolge des durchdie vielen Grasbrände im Binnenland erzeugten Höhen-rauches meist beschränkt ist. Mit der steigenden Wärme,welche im April ge-wöhnlich ihrenHöhepunkt erreicht,tritt nun eine zweitePeriode häufiger Ge-witter und Tornadosein, die bis EndeMai anhält.

Das Kamerun-gebirge weist inBezug auf Tempe-ratur natürlich jenach der Höhenlagedie grössten Ver-schiedenheiten auf.

Während die höch-sten Spitzen, na-mentlich währendden Tornadozeiten,sich zuweilen stun-denlang mit Schneebedeckt zeigen, ge-deihen an ihremBusse dfe zartestenKinder der Tropen-flora. Ueber die nä-heren klimatischenVerhältnisse desGebirges ist nochwenig bekannt. Dasca. 900 m hoch ge-legene Buea, auf dasgrosse Hoffnungenals Erholungsstationgesetzt werden, hateine mittlere Jahres-temperatur Von 19 0 ,eine starke, doch sehr veränderliche Bewölkung, vielNebel, aber eine erfrischende und gesunde Luft. Dietägliche Schwankung der Temperatur ist erheblicherals an der Küste, was mit der grossen Veränderlich-keit der Bewölkung und dem Spiel der Thal- undBergwinde zusammenhängt. Die Regenverteilung istähnlich wie im Kamerun - Aestuar; trockene Monatekommen nicht vor. Während der Regenzeit liegt Bueain dem Wolkengürtel und hat dann beständigen Sprüh-regen und Nebel, aber der Regen ist deshalb auch nie

so heftig wie in den Küstengebieten. Um diese Jahres-zeit fehlen Gewitter fast ganz. Die Monate April undNovember sind die gewitterreichsten, doch sind dieGewitter nach den bisherigen Erfahrungen nicht sostark wie in den Küstengegenden. In Victoria ist dasKlima wieder feucht-heiss, doch anscheinend etwastrockener wie im Kamerun-Aestuar. Je mehr man vonVictoria nach Westen um den Fuss des Gebirges

herumgeht, desto an-sehnlicher wird derRegenreichtum, sodass derW estabhangdes Gebirges zwi-schen Debundja undBibundi das zweit-regenreichsteGebiet der Erdedarstellt. Diejahres-summe der Nieder-schläge betrug 1895in Debundja circa9000 mm mit circa250Regentagen; imSeptember alleinfielen 1880 mm.

Ueber die klima-tischen Verhältnissedes westafrika-nischen Plateausim Nordosten desSchutzgebietes sindwir durch die in Bali-bürg (ca. 1340 mhoch) angestelltenBeobachtungen un-terrichtet; hier be-trug die mittlereJahrestemperaturnur 18 0 . DerwärmsteMonat ist der April(ca. 19°), der kühlsteder Juli oder August(ca. 17 0 ), dieSchwankung ist alsosehr gering. Diegrösste Wärme überstieg nicht 32,5°, doch sinkt imDezember oder Januar die nächtliche Temperatur regel-mässig auf 10 —ii°, zuweilen sogar auf 6 oder 7 0herab. Die Trockenzeit setzt Mitte November ein unddauert bis in die zweite Januarhälfte; die Bewölkungist sehr gering, aber der Himmel überzieht sich unterder Einwirkung der allenthalben aufflammenden Gras-brände mehr und mehr mit einem grauen Dunst-schleier, und manchmal fallen die Ueberreste der ver-brannten Grashalme in Schauern wie schwarze Schnee-

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