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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
Entstehung
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flocken ;ius der Luft. Die Morgenstunden sind sehrkühl, die Hitze steigert sich jedoch bis Mittag sehrrasch; die Trockenheit der Luft ist namentlich beieinsetzendem NO-Wind eine lästige, ebenso der starkeStaub, der alles im Nu mit einer dicken Schicht über-zieht. Ende Januar werden die Morgen wärmer, dieHitze bei Tage jedoch geringer; ferner Donner undWetterleuchten wie zunehmende Bewölkung und Luft-feuchtigkeit künden das Herannahen der Tornadozeit,die denn auch bald in rauschenden Gewitterregen, dienicht selten von Hagelfall begleitet sind, einsetzt. DiePeriode mit intermittierenden Gewitterregen, welche fastimmer den böenartigen Tornadocharakter tragen undvon Sturmwinden und heftigen elektrischen Entladungenbegleitet sind, dauert bis Mitte Mai; dann werden dieGewitter seltener, sie sind nicht mehr tornadoartig, undimmer häufiger kommen Regengüsse ohne elektrischeErscheinungen vor. Die tägliche Schwankung der Luft-temperatur wird geringer; dichter Nebel umhüllt dieLandschaft des Morgens, und ein feiner Sprühregenfällt durchkältend herab; wenn auch der Nebel vielleichtgegen io Uhr morgens verschwindet, so durchbrichtnur selten die Sonne den Wolkenschleier; der lebhafteSW-Wind fegt immer neue Regenwolken heran, welcheTag und Nacht in gleichbleibender Eintönigkeit auf dietriefende Landschaft ihre Wasser ausschütten. All-mählich werden die Regengüsse kürzer, aber um sointensiver, die sie begleitenden Gewitter nehmen wiedermehr an Heftigkeit und Windstärke zu, die zweiteTornadozeit setzt Ende September ein und geht all-mählich in die Trockenzeit über. Das Klima vonBaliburg wird als ziemlich gesund und dem Europäererträglich gelten können.

Wesentlich verschieden vom Norden des Schutz-gebietes ist der südliche Teil in Bezug auf dieJahreszeiten; während im Norden die relative Trocken-zeit mit der wärmsten Jahreszeit, die Hauptregenzeitmit den kühlsten Monaten zusammenfällt, ist im Südendie kühle und die wärmste Jahreszeit zugleich Trocken-zeit. Zwischen Klein-Batanga und Malimba wird dieKüste von der Grenzlinie getroffen, welche nord- undsüdhemisphärische Regenverhältnisse scheidet; wie ihr

weiterer Verlaut im Innern des Schutzgebietes sichstellt, ist noch unbekannt. Jedenfalls sehen wir aberaus den Beobachtungen im Kribigebiet und auf der770 m hoch gelegenen Yaünde-Station im Innern,dass zwei ausgesprochene Trockenzeiten im Juli-Augustund um die Jahreswende bestehen. Die mittlere Jahres-temperatur beträgt in Yaünde ca. 22,5°. Die Tempe-raturverhältnisse sind recht gleichförmige. Der kühlsteMonat ist der Juli (Mitteltemperatur ca. 21 0 ), derwärmste der Februar (ca. 23°).

Die höchste Wärme beträgt ca. 32,5°, die geringsteca. 12°. Wie in Baliburg ist die Wärmeschwankung imJanuar und Februar unter dem Einfluss der geringenBewölkung dieser Jahreszeit am stärksten. Im Märzsetzt die Regenzeit nach vorangegangenen leichten Ge-witterschauern mit Macht ein und erreicht ihre Höheim April. Gewitter sind ungemein häufig und von inten-siven Tornadoerscheinungen begleitet, sie gehen aberrasch vorüber, und tagelang anhaltende gleichmässigeRegen wie in Bali sind in Yaünde nahezu unbekannt.Mitte Juni nehmen Regen und Gewitter rasch anHäufigkeit ab, und es herrscht wochenlange, nur vongelegentlichen leichten Schauern unterbrochene trockeneWitterung. Die zweite Regenzeit setzt nach voran-gegangenen einzelnen Gewitterregen Anfang Septemberwieder ein und dauert mit zahlreichen Gewittern bisgegen Ende November, worauf dann die zweite Trocken-zeit folgt. Der Regenfall ist in Yaünde ein recht ge-ringer im Vergleich zu dem im Kamerun-Aestuar beob-achteten; er beträgt im Jahr nur etwa 1500 mm.

Die in Bezug auf Malaria gesundheitlich bestenMonate im Kamerun-Aestuar sind Dezember und Januarund dann die relativ kühlen Monate auf der Höhe derRegenzeit, Juli-August. Die ungünstigsten Monatesind die Uebergangsmonate, namentlich April-Mai undSeptember - Oktober, wo glühend heisser Sonnen-schein mit heftigen Regengüssen wechselt und relativstarke Temperaturschwankungen Vorkommen. Die Er-fahrungsregel scheint sich zu bestätigen, dass die relativtrockenen Jahre die ungesundesten sind, in denen diemeisten Schwarzwasserfieber Vorkommen.

Dr. v. Danckelman.