ersten Ranges dar. Das Klima weist neben der hohenund stets sehr gleichmässigen Temperatur, unter der dieVegetation sich beständig und üppig entwickelt, reicheNiederschlagsmengen auf (pro Jahr 2500—5000 mm),die jedoch in einer ausgesprochenen Trockenzeit von3 Monaten aussetzen, was die Trockenarbeiten derErnte sehr fördert. Der Boden des Kamerungebirges,hervorgegangen aus verwitterter Lava und Basaltgestein,ist von ganz hervorragendem Nährstoffreichtum, sodass er sich den besten Tropenböden der Welt eben-bürtig zur Seite stellen kann. Auf solch günstigernatürlicher Grundlage ist denn auch der Anblick derKamerunpflanzungen ein herrlicher. Nicht nur derFachmann, jeder Laie durchwandelt die prächtigenKakaofelder mit Entzücken. Am besten lohnt Kakao,aber auch Vanille, Kardamon, Ingwer, Pfeffer, Tabak,Kaffee und andere wertvolle Tropengewächse gedeihenhervorragend. Der Kakao ist jedoch von einer so vor-züglichen Güte, dass er von deutschen Aerzten als derbeste der Welt bezeichnet ist und Kranken und Re-konvaleszenten wärmstens empfohlen wird. In Kakaowird sich Kamerun ein Weltmonopol erringen! Auchdie Arbeiterfrage, welche ja in der tropischen Land-wirtschaft von gleich grosser Bedeutung ist, wie in derheimischen, scheint in der neueren Zeit ihre günstigsteLösung in Kamerun zu finden, da die Balivölker dankdem Vertrauen, welches Dr. Zintgraff bei ihnen ein-geflösst hat, sich zu Tausenden zur Arbeit an der Küstegemeldet haben und da auch bereits einige einheimischeStämme an der Küste für dieselbe gewonnen sind.Damit können wir in Kamerun die teuren Kru- undAccraneger als Arbeiter entbehren, welche bis jetzt ausLiberia und von der englischen Goldküste angeworbenwerden mussten, und damit bleibt auch der verdienteArbeitslohn im eigenen Lande, hier Handel und Industriebelebend.
So berechtigt also Kamerun plantagenwirtschaftlichzu den schönsten Hoffnungen, unser heimisches Vater-land demnächst mit allen Arten wertvoller tropischerBodenerzeugnisse zu versehen und uns hierin un-abhängig zu machen von den Kolonien anderer. DieZukunft wird uns lehren, dass wir in Kamerun »diePerle des afrikanischen Kontinentes« erworbenhaben.
Prof. Dr. F. Wo hitmann.
Kliniatologisches.
Infolge des Umstandes, dass wir es in Kamerunmit einem Gebiet von sehr verschiedenen orographischenVerhältnissen, mit niedrigen Küsten- und Flussmündungs-gebieten, mit bis über 4000 m hohen Gebirgsmassen,mit ausgedehnten Plateaus, mit vielen Urwaldgebietenund mit lichten Savannenstrecken zu thun haben, undweil ferner der meteorologische Aequator, welcher die
Gebiete mit nordhemisphärischem Regenregiem von denenmit südhemisphärischen Verhältnissen scheidet, durchKamerun hindurchgeht, sind die klimatischen Verhält-nisse des Schutzgebietes nicht so einfacher Natur, wiedies auf den ersten Blick erscheinen möchte. •Verhältnis-mässig wenig ist auch noch zur Klarlegung der Klimato-logie des Schutzgebietes bisher geschehen, und es steht,wie der geographischen Untersuchung des Schutzgebietesim allgemeinen, so hier der klimatologischen Forschungim besonderen noch ein weites Feld der Thätigkeitoffen.
Was zunächst das Kam e r u n - A e s t u a r selbst und seinesüdlichen Nachbargebiete betrifft, so haben wir es miteinem ausgesprochen feucht-heissen Tropenklima ziqthun mit all seinen bekannten, durch die Malaria ver-anlassten Schädlichkeiten auf die Konstitution desEuropäers. Die mittlere Jahrestemperatur beträgthier etwa 25,5°. Die grösste Schwankung der Tem-peratur im Laufe des Jahres erreicht kaum 12°, indemdie Temperatur kaum über 32 0 steigt, aber auch niewesentlich unter 20° sinkt; die tägliche Schwankung be-trägt im Mittel etwa 6°. Die höchste Temperatur wirdim Dezember bis Februar erreicht (mittlere Temperaturetwa 26,5°), die niedrigste tritt im Juli und August ein(mittlere Temperatur etwa 23,5°).
Die Luftfeuchtigkeit wie die Bewölkung istdas ganze Jahr eine hohe, am grössten während derMonate Juli bis September, in engem Zusammenhangmit der jährlichen Regenverteilung.
Man hat im Kamerun-Aestuar eine regenarme undeine regenreiche Jahreszeit zu unterscheiden. Dieerstere dauert etwa von der zweiten Hälfte des Novemberbis gegen Ende Februar, doch ist ihre Dauer und In-tensität je nach den Jahrgängen grossen Verschieden-heiten unterworfen. Ganz trockene Monate kommenanscheinend nicht vor. Die regenreichste Zeit fällt aufdie Zeit von Juni bis September, meist ist der Juli dernässeste Monat mit durchschnittlich ca. 800 mm Regen-höhe und ca. 28 Regentagen. Die Jahressumme derNiederschläge schwankt natürlich von Jahr zu Jahr, über-schreitet aber im Mittel 4000 mm. Mit Zuhilfenahme derGewitter, die ungefähr an 120—150 Tagen im Jahr zubeobachten sind, kann man den Gang der Witterungungefähr wie folgt kennzeichnen: Die Periode der
stärksten Regen von Juni bis August ist zugleich diekühlste und trübste Jahreszeit; die Fernsicht ist infolgedes hohen Wasserdampfgehaltes der Luft eine sehr be-schränkte, Gewitter sind namentlich im Juli sehr selten.Es folgt die gewitter- und tornadoreiche Jahreszeit mitreichlichem, wenn auch nicht täglichem Regenfall,welche bis Anfang November dauert. Die Tornadossind von kurzem heftigen Wind begleitete Gewitterböen,die meist aus östlicher Richtung heranziehen. DieMonate November bis Imbruar sind verhältnismässigtrocken, die Zahl der Gewitter wird geringer, doch