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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
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Ihre Gesamtausgabe beläuft sich jährlich auf circa550000 Mk., von denen aber über 200000 Mk. inSüdafrika aufgebracht werden. Im Kondelande sind fürdie Gesellschaft neun Missionare und zwei Missions-handwerker thätig. Die Kosten für das Werk am Nyassabelaufen sich seit seiner Begründung auf ca. 175 000 Mk.Die Arbeit im Kondelande war von beiden Gesell-schaften durch Bilder und Schriften dargestellt; be-sonders bemerkenswert waren Photographien der erstenAnlagen auf Rungue und Wangemannshöh, einer P'eld-ziegelei der Berliner Mission und eine, welche Ein-geborene beim Sägen von Brettern zeigte, das sie unterAufsicht des Missionszimmermanns übten. Ein andereshübsches Bild stellte den Hafen von Ikotnbc mit demBerliner Missionsdampfer »Paulus« dar. Von diesemDampfboot, welches von der Firma R. Holtz in Ham-burg für den Preis von 6200 Mk. hergestellt wordenist, war auch ein sehr hübsch ausgeführtes Modell vor-handen. Die Kosten der Ueberführung dieses Bootesnach dem Nyassasee beliefen sich auf 12000 Mk.; esbestand aus sieben Stücken, deren schwerste circa13 Centner wogen. Das Boot wurde in Matope vonIngenieuren der African Lakes-Corporation zusammen-gesetzt und langte im März des Jahres 1894 glücklichin Ikornbe an. Es misst 12 m Länge und ist ausstarkem verzinkten Stahlblech gebaut; vorn hat es einenüberdeckten Lagerraum, der auch als Schlafquartier fürdie schwarzen Bootsleute dienen kann. In der Mittedes Bootes ist eine Kajüte aus Teakholz, die zweiWeissen wettersichere Unterkunft und bequemes Nacht-quartier bietet. Hinter dieser Kajüte befindet sich einvon einem Sonnensegel überschatteter Raum; dahintersteht die kleine Dampfmaschine von sechs Pferdekräften,die das Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von circa11 km in der Stunde durch das Wasser treibt; Segelsind auch vorhanden. Es hat sich dieses Fahrzeug alssehr nützlich und vollkommen brauchbar erwiesen, undauch bei hohem Seegang hat sich seine Tüchtigkeitbewährt. An Veröffentlichungen über die Kondemissionlagen aus: das Missionsblatt der Brüdergemeine undeinige Broschüren desselben Verlages; von seiten derBerliner Gesellschaft: die »Berliner Missionsberichte«,der »Missionsfreund«, der »Kleine Sammler«, kleinereMissionsschriften und Merenskys Buch »Deutsche Arbeitam Nyassa«. Auch hatten beide Gesellschaften Wand-karten ihrer deutsch - kolonialen Arbeitsgebiete aus-gehängt.

Endlich war auch die Arbeit der englischen Uni-versitätenmission :i: ) auf der Ausstellung vertreten.Eine Wandkarte zeigte die Lage der in Deutsch-Ostafrikaliegenden neun Stationen, auf denen sieben englischeund fünf eingeborene Geistliche, drei europäischeMissionsgehilfen und einige Damen in der Arbeit stehen.

*) Universities Mission to Central Africa. Westminster SW.,Delahaystrect 14.

Pis fehlte auch nicht an Bildern dieser Stationen, vonSchulkindern u. s. w.; von Veröffentlichungen dieserGesellschaft lagen aus, »Central Africa« und andere eng-lische Schriften und Flugblätter. Beachtenswert wardie in Magila in der Suahelisprache erscheinende Zeit-schrift »Habari«. Die Suahelilitteratur lag ziemlichvollständig aus, so wie die sonstigen sprachlichen Ar-beiten Krapfs und Rebmanns. Die Lehrbücher dieserSprache von Bischof Steerc, sowie ein Neues Testamentund das englische Prayerbook in dieser Sprache; auchwaren verschiedene Veröffentlichungen von englischenMissionaren in der Yaosprachc vorhanden.

Von der Ostküste Afrikas wendet sich unsereAufmerksamkeit der afrikanischen Westküste zu, wo inunseren Kolonien drei deutsche Gesellschaften und eineamerikanische Gesellschaft in der Arbeit stehen. Denersten Platz unter ihnen nimmt die Baseler Missions-gesellschaft*) ein. Sie ist bereits 1850 gegründetund unterhält gegenwärtig ca. 170 Missionare in Indien,China und Afrika mit einem jährlichen Gesamtaufwandvon 1 200 OOO Mk. In Afrika ist ihr Haupt-Arbeitsfeldauf der Goldküste, wo sie ca. 15 000 Christen ge-sammelt hat. Im Jahre 1886 schickte sic ihre erstenvier Sendlinge nach der Kolonie Kamerun, wo jetzt19 ihrer Arbeiter auf fünf Stationen stehen. DieseStationen sind Bethel und Bonaberi am Kamerunbecken,weiter im Innern im Abolande die Station Mangamba,südlich am Ausfluss des Sanagaflusses die Station Lobe-thal und am Fuss des Kamerunberges Victoria. Derausliegende Atlas der Baseler Mission gab über dieLage aller dieser Stationen genauen Aufschluss. Etwa1200 Seelen sind hier getauft, 1500 Erwachsene und1600 Kinder stehen im Unterricht. Die Gesellschafthat auf die Kamerunmission im Laufe der Jahre bisjetzt etwa eine Million Mark aufgewendet. Ungleichschwerer aber wiegen die Opfer an Menschen, welchedas ungesunde Klima der Küste erforderte. Auf denKameruner Stationen sind bereits elf Männer und vierFrauen in ein frühes Grab gesunken. Bei unserer Aus-stellung kam nur der Teil der Baseler Arbeit in Betracht,der an der Grenze des Togogebietes und in Kamerunseine Stätte hat. Zwei sehr gute Karten veranschau-lichten die Lage der Stationen auf diesem Gebiete.Ein gutes Bild zeigte das Missionshaus in Basel, wo100 Jünglinge ihre Vorbereitung zum Dienst unter denHeiden empfangen; auch waren zwei Bilder der Missions-pioniere Krapf und Rebmann ausgehängt. Obwohldiese Männer im Dienst einer englischen Gesellschaftstanden, hatten sie doch ihre Ausbildung im BaselerMissionshaus empfangen. Von den übrigen Bildernseien erwähnt: die Darstellung einer Strassenpredigt inTogo, Gruppen von Missionaren, eine Weihnachtsfeier,schwarze Seminaristen in Bethel, das Missions-Motorboot

*) Evangelische Missionsgesellschaft in Basel. InspektorTh. Oehler.

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