Druckschrift 
7 (1854) Die beiden Foscari. Werner
Entstehung
Seite
179
Einzelbild herunterladen
 

17 »

Werner.

M i ch kennt er stets.

Er hetzte mich durch Zeit-, Glück-, Namen-WechselWarum nicht dich? Wie? Kennst die Welt du besser?Rings legt' er Schlingen, warf mir auf den WegGewürm, das jung ich flugs zertreten hätte,

Doch, trct' ich's jetzt, mit neuem Gift sich füllt.

Bist du geduldiger? Sohn! cs gibt Verbrechen,Verzeihlich durch Gelegenheit; Versuchung,

Die die Natur nicht hindern kann, noch meiden.

Ulrich.

(Blickt zuerst auf ihn, und dann auf Josephinen.)O Mutter!

Werner.

Ja, ich dacht' cs! Nur die MutterBleibt dir. Auch ich verlor ja Sohn und Vater,Und steh' allein.

(Werner stürzt aus dem Zimmer.)

Ulrich.

O haltet!

Joscphinc.

(Zu Ulrich.)

Folg' ihm nicht,

BiS dieser Sturm der Leidenschaft sich legt.

Meinst du, ich war' nicht selber ihm gefolgt,

Wär's ihm ersprießlich?

Ulrich.

Ich gehorch' euch, Mutter,Ob ungern auch. Ein Ungehorsam sollMein erstes Werk nicht sein.

Joscphinc.

Ach! er ist gut!

Verdamm' ihn nicht nach seinem Wort; mir glaube,Die ich so viel mit ihm und für ihn litt,

12 '