Note zum Lara.
Dic Erzählung unter Nr. 24. des zweiten Gesanges gründet sich auf dieBeschreibung von dem Tode oder eigentlich von dem Begräbniß des Herzogsnun Gandia.
Am anziehendste» und ausführlichsten erzählt Bnrchard diese Begebenheit,von der Folgendes das Wesentliche ist:
„Am 8. Juli speisten die Sohne des Papstes, der Cardinal von Va-le»z a und der Herzog von Gandia bei ihrer Mnttcr Vanozz a zu Abend,unweit der Kirche Pietro ad Vincula, in Gegenwart noch anderer Personen.Als cs spät geworden war, erinnerte der Cardinal seine» Bruder, daß cs Zeitsei, nach dem apostolische» Palastc znrückznkehrc»; und so bestiegen sic ihrePferde oder Manlthicrc und ritten, von wenigen Dienern begleitet, zusammenbis an den Palast des Cardinalö Ascaniv Sforza; hier bemerkte der Herzoggegen den Cardinal, er müsse vor seiner Rückkehr noch eine» angenehmen Be-such abstattcn. Er entließ demnach alle seine Begleiter bis ans seinen Stgficrooder Lakci und Jemanden mit einer Maske, der ihn beim Abendessen besuchtund seit ungefähr einem Monat ihn fast täglich im apostolischen Palast angc-sprochcn hatte: diesen nahm er hinter sich auf sei» Maulthier und setzte seinenWeg bis zur Judcngaffc fort. Hier ließ er seinen Diener zurück mit dem Be-fehle, bis zu einer gewissen Zeit daselbst zu warten, und, wenn er alsdann nichtzurückkehrtc, sich in den Palast zurückzubegcbcn. Hierauf ließ der Herzog denMaskirtcn hinter sich aufsitzc» und ritt ich weiß nicht wohin; aber in derselbenNacht wurde er ermordet und in den Fluß geworfen; auch der Diener wurdenach seiner Entlassung angegriffen und tödtlich verwundet, so daß er, obwolmit der größten Sorgfalt verpflegt, seines Zustandes wegen keine verständlicheAuskunft über das Schicksal seines Herrn geben konnte.
Als der Herzog des Morgens nicht hcimkchrtc, gerietst seine Dienerschaftin Bewegung; Einer aus derselben benachrichtigte de» Papst, daß seine Söhnegestern ausgcgangcn seien, der Herzog sich aber noch nicht wieder eingestellt
Byron'ö Werke l. 23