So mußt' er untcrsinkcn oder steigen,
Rur mocht' er nie den Menschen gleich sich zeigen,In Gut und Bösem sucht' er sich zu trennenBon Allen, die sich Erdensöhnc nennen,
Und suchte stets in eignen Regionen
Fern von der Welt, die er verschmäht, zu thronen;
Kult sah er alles unten gehn und schwinden,
Und ruhig schien sein Blut und sein Empfinden.
O Glück, wenn nie die Schuld sich drein ergossen,Wenn immer cs so ruhig kalt geflossen.
Auch schien er nur der Andern Pfad zu wandeln,Gleich Andern nur zu reden und zn handeln.
Er trotzte dem nicht, was Vernunft uns lehrt,Denn nicht sein Hirn, sein Herz nur war verkehrt;Und selten sprach er Reden und Gedanken,Worüber Andre wol in Groll versanken.
19 .
Bei all den kalten Zügen seiner Mienen,
Da er in Einsamkeit nur froh erschienen,
Mußt' er, vielleicht mit angeborncn Dingen,
In fremde Herzen mächtig cinzudringen
Nicht Liebe wars, nicht Haß — noch ein Gefühl,
Das man in Worte faßte klar und kühl,
Doch wer ihn sah, der konnte nimmer gehn,
Er mußte wünschen, wieder ihn zu sehn;
Was nur er sagte, prägte tief sich ein,
Bedeutend schien ein jedes Wort zu sein.
Man wußte nicht warum und wie cs kam,
Daß er Besitz von allen Seelen nahm;
Gunst oder Haß zeigt fast ein cinzgcr Gruß;
Sei's ein Moment auch nur, wo jeden mußFreundschaft und Liebe so wie Haß umrankcn,
Buron'S Werke I. 21