Druckschrift 
1 (1854) Biographische Notiz. Ritter Harold's Pilgerfahrt. Der Corsar. Lara
Entstehung
Seite
276
Einzelbild herunterladen
 

27 «;

In diesem Leben war mir wenig werth:

Mein Gott — mein Schiff — mein Liebchen und mein Schwert.Gott ließ ich früh — und nun verläßt er mich,

Mein Mörder beugt nur seinem Willen sich.

Nicht höhn' ich durch Gebete seinen Thron,

Sic wären nichts als der Verzweiflung Ton,

Genug — ich lebe, dulde Qual und Hohn!

Unwürdgcr Hand entriß man nur das Schwert,

Wol war cs eines fester» Armes werth.

Mein Schiff versank, vielleicht hat's andre Herrn —

Mein Liebchen — o zum Himmel fleht' ich gern!

Sic ist allein noch meines Lebens Licht,

Daß nur der Schlag nicht ihre Seele brichtUnd ihre Schönheit — eh' ich dich gewahrt,

Fragt' ich mich nie, blühn andre noch der Art?"

„So liebst du schon? — allein was frag ich noch?

Gleichviel für mich — was kümmcrts mich — und doch —

Du liebst? — o wie beneid' ich all die Frau»,

Die einem treuen Herzen sich vertrau»,

Die nie den Flug der irren Bilder fühlen,

Noch Phantasien, — wie stets in mir sic wühlen!"

„Jsts nicht dein Herr, dem sich dein Herz ergab,

Für den ich dich entzog dem Flammengrab?"

„Den finstern Seid! nein — »ein — den liebt' ich nie —Zwar strebt' ich lang, doch wußt' ich selbst nicht wie,

Mit voller Liebe könnt' ich nie ihn sehn, —

Bei Freien kann die Liebe nur bestehn.

Ich bin blos Sklavin, höchstens reich geschmückt,

In seinem Glanze schein' ich hochbeglückt,

Die Seele Hab' ich manchmal schon gefragt:

Liebst du ihn auch? — und traurig nein gesagt.