Druckschrift 
1 (1854) Biographische Notiz. Ritter Harold's Pilgerfahrt. Der Corsar. Lara
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

269

»Als könnten Frauen diese Huld verlange».

Nicht ziemt sechs wird anch leider nicht geschehn,Doch gern möcht' ich den Hauptmann Wiedersehn;Hält' ihm den Dank fürs Leben gern gebracht,

Ans dessen Rettnng nicht mein Herr bedacht!"

».

Ihn sah sie jetzt im dichten Mordgewühl,

Umthürmt von Glücklicher», die bleich und kühl,

Fern von den Seinen, kämpfend mit der Schaar,

Der thcner jeder Schritt zu kaufen war,

Geworfen, blutend, doch vom Tod gestohn,

Um zu empfangen seiner Thaten Lohn,

Wird er zu bittrem Leben aufbcwahrt,

Weil Rache, Qualen brütend neuer Art,

Sein Blut, es tropfenwcis zu nehmen, spart,

Denn Scids blutgierig Auge sah ihn gernAllmahlig sterben doch dem Tode fern.

Kann er dies sein? als sic zuletzt ihn sah,

Wie wild gebietend triumphirt er da!

Er ist cs, wehrlos aber ungebeugt,

Ihn grämt nur, daß er noch vom Leben zeugt,

Daß allzuschwach der Wunden süßes Mal,

Ja küssen könnt' er seines Mörders Stahl!

Traf denn kein Streich von allen, die man schlug,

Der seinen Geist vielleicht zum Himmel trug?War cr's allein, der nicht im Kampfe starb,

Der um den Tod, wie weiter keiner warb?

Tief fühlt' er auch, was wol ein Jeder fühlt,

In dessen Loos des Schicksals Laune wühlt,Verbrechen büßend, wie mit herben QualenDer Sieger droht, die Schuld nun abzuzahlen;

Tief, finster fühlt cr's, doch sein stolzes Herz,