Die Wange brau», die Stirne hoch und bleichUmschatten schwarze Locken wild und reich;
Und zuckt der Mund, vcrräth sich schon daranDer stolze Sinn, den kaum er berge» kann.
Wenn auch die Stimme sauft, die Miene still,
Es scheint was durch, das er nicht zeigen will.
Das finstre, farbeuwechsclude GesichtZieht au, indem es in die Seele sticht,
Als gährten tief in seines Busens SchwuleErst halberwachte, schaurige Gefühle.
So mocht' es sein — doch Niemand könnt' cS sagen,Denn lang nicht ließ sein ernster Blick sich tragen:Vielleicht nur wenig sind, die voll Vertrau»
Ihm mochten in das Forscherange schaun.
Und wollt' ein Späher seinen Sinn ergründe»,
Was etwa seiner Wange Farben künde»,
Vermocht' er schnell den Forscher zu dnrchblicke»,
Mit seinen Augen fest ihn zu umstricken,
So daß er eh des Andern Brust durchspäht,
Als dieser Conrads Sinn und Geist erräth.
Ein Teufel grinst voll Hohn in seinem Lachen,
Bei dessen Anblick Angst und Grimm erwachen,
Und wenn im Groll sein finstrer Blick besohl,
Seufzt Hoffnung und Erbarme» Lebewohl!
io.
Wenn leicht im Acnßern sich die Bosheit weist,Wirkt erst im Inner» recht der böse Geist.
Die Lieb' ist frei — doch Ehrgeiz, Haß und TrugVerräth sich in des Lächelns bittrem Zug.
Der Lippen Zucken und das Blaß der Wange»,Das schnell verfliegt, verkünden das Verlangen,Die tiefre Leidenschaft, die zu durchdringen