Druckschrift 
1 (1854) Biographische Notiz. Ritter Harold's Pilgerfahrt. Der Corsar. Lara
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

175 ,

73 .

Dcr Fläch' entragt er, die ihn rings nmgiebt,

Der langgczognen Woge gleich, die ebenSich jetzt zcrthcilcn n'ollte. Wer es liebt,

Mag klassischer Erinnrnng sich ergeben,

Lateinisches Echo lass' er weit erbeben,

Die Hügel zn erwecken; ich indessenVerachte noch zu sehr das eitle Streben,

Die Lehren Wort für Wort mir znznmessen,

Als ich noch Knabe war, drum wünsch' ich zn vergessen

76 ,

Die Arzenci, die täglich cingcsogcn

Mein krank Gedächtniß, wenn ich mit den Jahren

Das, was ich lernte, besser auch erwogen,

Doch mußt' ich mir den Ekel noch bewahre»,

Den ich zuerst in Knabenhast erfahren:

Was ich aus freier Wahl vielleicht erfaßte,

Den Geist mir zu erlaben in Gefahren,

Jetzt hat's den Glanz nicht mehr, der ihm erblaßte;Verabscheu'» muß ich noch, was früher schon ich haßte,

77 .

Leb' wohl, Horaz! daß ich dich konnte hassen,

Mein Fehler war cs, doch dcr deine nicht;

Ein Fluch ist's, dich verstehn und doch nicht fassen,Begreifen, doch nicht lieben dein Gedicht,

Wenn auch kein Sänger so die Kunst bespricht,

Kein Moralist das Leben so mag kennen,

Kein Spötter so in das Genüssen sticht,

Der dennoch nicht verletzend drum zn nennenDoch lebe wohl es soll Soraktc's Höh' uns trennen.