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110 .
Italien ach! Italien! Lcuchtcrnflicgt
Bei deinem Schann durch mich vom Glanz der Zeiten,
Seit der Karthager fast dein Volk besiegt,
Bis zu den Weisen, bis zu jenen Streiten,
Die angcsi'illt der Weltgeschichte Seiten!
Gebiet! das Thron und Grab der Welt umschließt,
Und Quell, nach dem sich Vieler Wünsche leiten,
Wo Durst des Wissens vollen Zug genießt,
Auf Roma's Hcrrscherhöh' ist's, wo er ewig fließt.
111 .
Wie ich so weit im Thema mich verlor,
Mit wenig Aussicht wieder angcfangcn:
Zn fühlen, daß wir nicht mehr, wie zuvor,
Nicht wie wir sollen sind, erweckt ein Bangen;
Das Her; zu stählen, das wir schwer bezwangen,Verschweigend Liebe, Haß, was uns beschwert,
Gefühl und Leidenschaft, Schmerz, heiß Verlange»,
Den inncrn Zwang, der unsre Pein vermehrt —
Es scheint ein Riesenwerk —' doch ward's von mir gelehrt.
112 .
Und alles dieses in mein Lied gewunden,
Ist cs vielleicht nur harmlos-heitres Spiel?
Die Pracht der Sccnen, flüchtig bald entschwunden,Erfaßt vom Herzen, wie cs ihm gefiel,
Und sich wie euch zu täuschen nur ihr Ziel? —
Die Jugend lechzt nach Ruhmesglanz; indessenIch mach' aus Lob und Tadel mir nicht viel,
So jung nicht mehr, darnach mein Heil zu messen:
Ich stand und sich allein, gleichviel: berühmt — vergessen