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107 .
Der Andre tief, bedacht, mit ernstem Streben;Aushäufend Weisheit sich durch langen Fleiß,
Scheint er in tiefen Grübelei» zu leben;
Da er zu schärfe» seine Waffen weiß,
Gibt er des Glaubens Ernst durch Spotten preis,
Des Spottes Meister — jener Zaubermacht:
Sic hetzt durch Grimm und Furcht den Gegner beiß,Daß er ihn wünscht in Eifrcrs Höllennacht,
Die jedem Zweifclwahn beredt ein Ende macht.
108 .
Doch laß sie ruhen! Ihrer Asche Frieden!
Bestraft sind sie, wie ihre Sünde wiegt;
Gericht zu halten ist nicht »ns beschicken:
Geheimes kommt an's Licht und Wahrheit siegt,
Wie denn die Furcht, die Hoffnung einst verfliegt,
Ans einem Kissen ruhend mit dem Staube,
Der, so viel wissen wir, verfallen liegt.
Und wenn wir einst erwachen, meint der Glaube,Vergebung würde dem, dcß Sünd' es dann erlaube. —
109 .
Weg von der Menschen ärmlichem GctreibeZu Gottes Werk! Der Blätter sind genugMit meiner bunten Träumerei» Geschreibe,
Sonst endet nie ihr flatterhafter Zug! —
Dort jener Wolken alpenhoher Flug!
Durchdrungen will ich sic, empor zu klimmenWenn mich mein Fuß auf jene Gipfel trug,
Will fern ich schau», bis Gränzen Halt! bestimmen.
Wo Luft und Erde, sich umarmend, eng verschwimmen. —