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71 .
Ist cs nicht besser drum allein zn sein,
Die Erde liebend nm der Erde willen,
Am Rhone - Blau, am Sec so klar und rein,
Aus dessen Busen ihr die Fluten guillen?
(Der Mutter gleichend, mit gcduld'gem WillenIhr wildes Kind zu nähren ist ihr Streben,
Und wachend cs mit süßem Kuß zn stillen)
Ist es nicht besser immer hier zu leben,
Als cingczwängt vom Schwarm, Leid dulden oder geben
72 .
Ich lebe nicht in mir allein, ich fühle
Mich einen Theil von dem, was mich umringt;
Mich freuen Bergeshöhn, doch das GcwühlcDer Menschen ist's, was mich zu klagen zwingt:
Nichts Schlimmres gibt's, was die Natur uns bringt,Als sich ein Glied der thierischcn Kette schmiegen,Jndeß der Geist sich stolz und frei cntschwingt,
Und mit den Lüsten schwebend sich kann wiegen,
Und über Fels und Meer bis zu den Sternen fliegen.
73 .
Darein versenk ich mich, das nenn' ich Leben:
Die Mcnschcnwüste, die ich ließ, sie scheintEin trüber Ort voll Streit und Todcsbcben,
Wo man für wenig Sünden vielfach weint,
Und duldet, ringt, bis einst die Stund' erscheint,
Wo neue Schwingen stolz uns aufwärts tragen:
Sv fühl' ich jetzt, daß sich mir Kraft vereint,
Daß ich, ob jung, doch Kampf mit Stürmen wagenUnd Banden sprengen kann, die drückend ans mir lagen.
Buvcm'ö Werke l. 9