Druckschrift 
1 (1854) Biographische Notiz. Ritter Harold's Pilgerfahrt. Der Corsar. Lara
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

- 3 <;

Und Keiner licbt ihn, ob in Hall' und SaalDas Heer oon fern' und nahen Zechern schwoll.

Er kannte sie als Heuchler, wenn beim MahlHerzlose Schmeichelei dem Mund entquoll;

Sein Liebchen selbst war falsch und ränkevoll,

Die Fraun begehren, was den Reiz verschönt,

Wo Macht und Prunk, sind sic vernarrt und toll;

Sic gleichen Motten, wird der Pracht gestöhnt,

Der Mammon macht sich Bahn, der Seraph wird verhöhnt.

in.

Die Mutter hatte Harold nicht vergessen,

Doch nahm er keinen Abschied kindlichzart;

Auch eine Schwester liebt er wohl, indessenEr sah sic nicht vor seiner Pilgerfahrt,

Vor'»: Lebewohl blieb jeder Mensch bewahrt;

Doch glaubt drum nicht, daß seine Brust von Eisen;

Ihr, denen solches Leid sich offenbart,

Fühlt, was es heißt: von wenig Theuern reisen,

Solch Scheiden bricht das Herz, statt Heilung zu erweisen.

11.

Und Haus und Heimath, Erbe, Gut und Lank;Die heitern Frauen, die ihn oft ergehtMit blauem Auge, schöner Lock' und Hand,

(Wo selbst ein Frommer kaum sich widersteht,)Die lange seine Lüsternheit geletzt;

Die Becher auch, gefüllt mit edlem Wein,

Und all' das Leckre, was den Gaumen netzt,Er ließ cs seufzcrloS und schifft sich ein,

Die Küsten zu durchzieh» und heiße Wüstenei».