Druckschrift 
1 (1854) Biographische Notiz. Ritter Harold's Pilgerfahrt. Der Corsar. Lara
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Ich habe gewartet, bis alle unsere periodischen Blätter ihren ge-wohnten Antheil von Kritik geliefert haben. Gegen die Gerechtigkeitihrer llrtheile im Allgemeinen habe ieb nichts cinznwcnden. Eswürde mir schlecht bekommen, wenn ich ihren geringen Grad vonTadel bestreiten wollte, weil, wenn weniger mild, sie vielleicht wahr-hafter gewesen waren. Indem ich nun allen meinen besten Dank fürihre Güte darbringc, wage ich mir in einer Beziehung etwas zu be-merken. Unter den vielen Einwendungen, die man mit Recht gegenden sehr indifferenten Charakter deshcrnmtaumelndcn Cava-licrs" gemacht (von dem ich, trotz mancher das Gcgentheil behaup-tenden Winke, doch fortwährend behaupte, daß er fingirte Person sei),ward vorgcbracht, daß, abgerechnet die Anachronismen, derselbe auchnoch höchst nnrittcrlich" sei, da die Rittcrzcitcn Zeiten der Liebe,Ehre u. s. w. waren. Doch hält man dafür, daß die gute alte Zeit,wo ,,1'mnonr ein I>on vieux toins, I'ninonr nnticino" blühte, ebendie heilloseste aller nur denkbaren Zeiten war. Die dies bezweifeln,mögen nur St. Palaye an mehreren Stellen, und ganz besondersTheil II. S. 69 Nachlesen. Die Gelübde der Ritterschaft wurdennicht besser als alle sonstigen Gelübde gehalten, und die Lieder derTroubadours waren um nichts züchtiger und sicher viel unzarterals die des Ovid. Die ,,oonrs ä'nmour", diepnrlomontsä'nmonr on cls oonrtoisio ot clo Aontillooss", bekümmerten sichviel mehr um Liebschaften, als um Höflichkeit und Artigkeiten. Mansehe über diesen Gegenstand St. Palaye und Roland nach. Wasimmer sonst für Einwürfe gegen die wenig liebenswürdige Person des