Saracenen und Deutsche als barbari.
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orationis; v. 8. 20. 33. Auf die Friesen überträgt es Vita Laläsrioi ep.I-ooä. v. 27 (88. IV, 735). Bovo von Corvei schildert in sui tsmxorisastis die nordischen Barbaren bei Adam I e. 41 und dieser selbst stellt Oauiund diortmanni, barbari und pa^ani zusammen I a. 40, ferner I o. 17. 19,II a. 7. 23. 25, III o. 16. 31. Der ganze Norden ist ein Barbarenland, dasMeer I o. 62 lialtioum vol barbarum ckioitur all boream vsrASus, partumkasit barbaris Asutibus czuas boo mars äilkusi kabitsnt, II o. 19, IV e. 1.15. Widukind nennt diese Volker nicht Barbaren.
Dagegen sind die barbari der südlichen italischen Meere die Saracenen,das ^.sarsnorum Aenns von Sicilien und Afrika, Obronis. 8alsrnit. s. 60(88. III, 498); Stiles ?alsrmo st Ilabvlania, wie Benedict von Soractes. 13 (88. III, 700) sagt, e. 26. Auch Riiber III s. 96 kennt sie als Be-sieger Ottos II.; IV v. 12 bezeichnet er ebenso die Mauren Spaniens undL>vrus Vita lVIaioli e. 1. 2. 6 <88. IV, 652) die Saracenen in den Alpen alstsrooes barbari und inimiei Lbristi. Dagegen begnügt sich der Biograph desJohannes von Gorzc, der Land und Volk aus der besten Quelle kannte, sieeinfach mit dem üblichen Namen zu bezeichnen
Ueberhanpt ist es auffallend, daß einige der wichtigsten Geschichtschreiber derOttonischen Zeit diese Ansdrncksweise nicht zu kennen scheinen, von deren ge-lehrter Bildung man sie am ersten erwarten sollte. Bei Hrotsvith, dem Fort-sctzer Reginas, Liudprand und Thietmar erinnere ich mich nicht ein Beispieldafür gesunden zu haben. Bei der Nonne von Gandersheim mag es aus derNatur ihres Buches erklärlich sein; die schlicht gehaltenen Annalen des zweitenbeschäftigen sich mehr mit innern Verhältnissen oder den Beziehungen zu Italien,und für Thietmar, der inmitten einer bekehrten slavischen Bevölkerung lebte,mochte sich das Gefühl des Gegensatzes bereits abgestumpft haben. Am merk-würdigsten ist es, daß Liudprand, der Italiener und afsectvolle Nachahmer desantiken Stiles, bei seinem Bildungsstolze und leidenschaftlichen Hasse sich diesesnahe liegende Wort entgehen ließ.
Die antik formale Bedeutung, welche den als Barbaren bezeichnet, der ander bnchgelehrten Bildung des Alterthums keinen Theil hat, ist künstlich in jeneeinfachere Anschauungsweise hineingcbracht. Es ist eine Ueberlieferung aus derSchule Karls des Gr., wo man nach der Verbindung mit Rom der literarischenUeberlegenheit Italiens inne ward und eine erste Restauration der antikenWissenschaft versuchte. Aber die Mächtigkeit des Eindruckes, das Bemühen, nachdiesen Mustern zu studieren, riefen auch das Gesühl der eigenen Barbaritätwieder hervor.
Hier ist Einhard mit seinem Beispiele vorangegangen. Kaum ein Andrerhatte sich wie er in diese Formen hincingedacht, und darum leitet er seineKaiserbiographie mit Worten ein, in denen ebenso viel Selbstverleugnung alsgelehrter Stolz liegt: . . non sst czuoä ackmirsris; nisi lorts, cpiock bomobarbarno st in liomana loquutions psrparum sxsroitatus, aiiguick msäoosntsr aut oommoäs I-atino saribers posss pntavsrim; atczus intantam impucksntiam prorupsrim, nt sto. Gegenüber der Tnlliaua laounäiasind die oarmina des eigenen Volkes barbara, Germaniens Bewohner bar-baras ns Isras nationss, die sich von Milzen, Sorben, Abodriten undBöhmen nur wenig unterscheiden o. 29. 15. Darum setzt auch Nithard I o. 1in eine Reihe Vransornm barbarorumqns tsrooia ns korroa eorcka. Umdieselbe Zeit rühmt die Vranolatio 8. Viti (llaM Libliotb. I, 6) von Karldem Gr., er habe unterworfen mul ins barbarorum nationso oirsumHuagus,namentlich nt ASntom 8axonioam .. mslliüuo Obristi nomini ckioars msruissst,und zu Ende des nennten Jahrhunderts nennt der Verfasser der Irans!. 8.Inborii die Sachsen eine barbara st ssmipkAana natio, obgleich er selbst ihrangehört, von Wirzbnrg sagt er cznock ssrmons barbaro IVirLsburob appsl-latur s. 2. 5 (88. IV, 150. 151).
Schwerlich war es Zufall, wenn dieser schulmäßige Gebrauch des Wortes denSchriftstellern der Ottonischen Zeit wieder verloren gieng. In den Stürmen zuEnde des nennten und Anfang des zehnten Jahrh. war die karolingische Schulezu Grunde gegangen, zugleich' aber der Volksgeist wieder mehr in sein natür-liches Recht eingetreten. Langsam und allmälich begann die literarische Arbeitauf's neue. Schon Hrotsvith redet von den pompis laootas urbamtatio und