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Klöster, Reliquien und Wallfahrten.
keiner hatte somit dem kirchlichen Leben einen so nachhaltigen Aus-schwung gegeben. Seinem Beispiele entsprachen mit neuen Kloster-gründungen andre Häupter des Reiches/) so Graf Sigfrid mitGröningen, Markgraf Gero mit Frose und Gernrode, Hermann vonSachsen mit dem S. Michaelsstifte zu Lüneburg, Graf Wichmannvon Hamaland mit Elten. In Schwaben stiftete Reginbert die ZelleSt. Blasien, Gregor erhob Einsiedeln erst zu einer wirklichen klöster-lichen Genossenschaft, in Lothringen erstand durch Brun St. Pantaleonaußerhalb der städtischen Umwallung Kölns, im Touler Sprengel dasNonnenkloster Bouxieres durch den Bischof Gauzlin, in Sachsen Hil-wartshausen durch Helmburg, drei Klöster stiftete Everachar vonLüttich u. s. f. Am meisten Bewunderung erregte unter allen diesenKirchenbauten als Ottos großartigstes Denkmahl der MagdeburgerDom mit seinen italienischen Marmorsäulen.
Zur Stärkung des Glaubens an die übersinnliche Welt dientedie Verehrung der Reliquien, für welche die mit Italien wieder her-gestellte engere Verbindung eine unerschöpflich reiche Quelle eröffncte?)Aber auch Frankreich als ein älteres Kulturland vermochte deren einigezu liefern. Außer Magdeburg und Quedlinburg, die der Kaiser selbstvor allem bedachte, wußten noch manche andre Orte sich damit zuversorgen, so Trier und Metz, Köln und Utrecht, Augsburg, Hildes-heim, Halberstadt und Gernrode u. s. w. Jedem Bischöfe, der aufredliche oder unredliche Weise derartige Schätze sich aneignete undheimführte, gereichten sie zum höchsten Lobe.
Während man in den späteren Jahren Ottos häufiger nachJerusalem zu wallfahren anfieng — wie Beispiels halber Bischof Kon-rad von Constanz, Herzogin Judith von Baiern, die Gräfinnen Hiddaund Hademuod — erscheint der Verkehr mit Rom als kein allzu leb-hafter. Außer den natürlichen Schwierigkeiten der Alpen und Apen-ninenübergänge und der reißenden Ströme, von denen besonders derTaro gefürchtet war/) legten damals auch die Saracenen neue Ge-fahren in den Weg. Immerhin fehlte es in der ewigen Stadt nicht
st Eine Zusammenstellung der unter Otto gestifteten Klöster gab Waitz inder ersten Ausgabe S. 225—227. lieber St. Blasiens. Oouti». Ils/m 962: Itsßi»-bsrtus ciei ssrvus obiit, TVuualista 8axo 962: Ists eoustruxit abbatiamsaneti Ulasii in 8asvia; oben S. 345 A 2. Hilwartshausen fehlt bei Waitz.
2) Ueber die Bauten dieses Zeitalters vgl. im Allgemeinen Otte Gesch. derroman. Baukunst S. 110 ff. und über die Burgen Nitzsch Ministerialität u.Bürgerthum S. 147.
2) Der h. Udalrich holte sich aus Rom eaput sanvti Tbuncii ruartzwis,aus St. Maurice Reliquien von den Thebäern (Gsrbarcl. e. 14. 15, 88. IV,464); über Baldrich s. Tun. LAmuuäaui 966 (88. XVI, 445): eorpus saust!koutiaui sst ab Italia psrlatuiu Iraisotuiu stuclio Lalclriei spiseopi und seineGrabschrift Wattenbachs Geschichtsqu. I, 275. Einer der eifrigsten Reliquienjägerwar Arnulf von Flandern. Ueber Theoderich von Metz s. S. 466. 475. 476.491.
st Vita 8. Ourlalriei o. 18: all tluvium nomine Par eurn psrvsuirst,tarn psrieuiosuiu sx inunäations aquaruiu factum iuvenil, nt uullus . .so ilis . . se posss supervsuirs spsrarst; vgl. VViberti Vita Ueouis e. 2(VVattericb Vitae I, 150), VVsrlaull' 8^mkolas all ASvArapb. lueäüasvi p. 19.