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Kaiser Otto der Große
Entstehung
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Handel und Gewerbe.

manchen Orten, z. B. in Reichenau, St, Gallen, St. Evre zu Toulu. s. w., ziemlich groß und wurde theils durch emsiges Abschreiben,theils durch neue Erwerbungen namentlich aus Italien eifrig ver-mehrt?) Schulmeister aus dem Laienstande gab es nur jenseit derAlpen, auf deutschem Boden giengen sie ausschließlich aus der Geistlich-keit hervor. Ein irischer Bischof Israel wurde Bruns Lehrer.

Sicher kam der erweiterte Gesichtskreis, den Otto dem deutschenVolke schuf, die Wiedervereinigung mit Italien, die Unterwerfung derSlaven, die lebhafteren Beziehungen zu Byzanz und Cordova, zuEngland und Dänemark, nicht bloß dem geistigen Leben, sondern vorallem auch dem Handel und der Gewerbthütigkeit zu gute, und wiehätten nicht neue Märkte und neue Verkehrswege sich aufthun sollen,da neben jenen Verbindungen mit dem Auslande Ordnung und Sicher-heit dem Reiche im Innern wiedergegeben waren. Vergebliche Mühewäre es jedoch, dieser Entwickelung im Einzelnen nachspüren zu wollen.Einige Privilegien für Anlegung von Märkten unter besonderem könig-lichem Schutze, einige Verleihungen von Zöllen und Erwähnungen vonKaufleuten wie die von Magdeburg, Worms, Mainz oder Verdun sindAlles, was auf diese Entwickelung hinweist/) in der wir verbundenmit den Einflüssen der geistlichen Gerichtsbarkeit die Anfänge einesneuen städtischen Lebens zu erkennen haben.

Eine bemerkenswerthe und hervorragende Seite des deutschenLebens dieser Zeit ist die religiöse Inbrunst, die echte deutsche Fröm-migkeit, die uns neben aller Rohheit vielfach in ihr entgegentritt, beiGeistlichen wie bei Laien. Das wahre Muster eines Bischofs, der,trotz aller praktischen Geschäfte und drängenden äußeren Sorgen, sitt-lichen Ernst und Strenge gegen sich selbst wie gegen seine ganze Um-gebung kehrt, ist der heilige Udalrich von Augsburg, der Schirmerund Retter seiner Stadt in der Ungcrnnoth. Während seine Geistes-richtung ebenso wie die Konrads von Constanz oder Wolfgangs vonRegensburg, seiner schwäbischen Landsleute, von früh auf und schon

') Vgl. oben S. 203 A. 2; 344 A. 1; 478; 491 A. 1. Bei Neugart (Dpiseop.Oonstsnt. t a, 548) kommt in Reichenau vor ein über propdstaruin gusni üil-ti§sr äs Italia aääuxit. Vgl. Osrdsrti sp. 78: nosti, guot ssriptorss innrdibus ns in »Alls Italias passim dadsantur; 118: didliotdeeaw assiäussoinparo, et sivnt Ilnnias äucinin ns in aliis partidus Italiav, in Osrinaniaguogus st NslAiea ssriptorss auotorninqus exsinplaria inultituäins num-inoruin reäsmi (Opp.. Oilsris p. 45. 86). Von Erchaubold und Starchandvon Eichstedt ich 966) rühmt der ^.non/in. Üassrens. o. II (88. VII, 257):gnain psriti st stuäiosi in äivina seriptura, optimoruw guos tisri iusssruntlidrorunr usgns doäis tsstatur innltituäo eopiosn.

-) Vgl. Waitz Verfgesch. V, 350352, VI, 449 A. 2, 450, VII, 377386.Der Verkehr mit Italien bewegte sich zum großen Theile über Rorschach (8t. 147),Chur (8^ri V. 8. Llaioli II s. 17) und den Septimer (vgl. oben S. 202 A. 4,410),daher schenkte Otto II. das Thal Bergell nssnon st tslonsuin in ipsa vullsad itsrantidus swptoridus persolvi eoosustuin der Churer Kirche und Otto II5. Dec. 980 orons tslonsuin äs ponts Olavsnaseo gui t'aetus sst superüuviurn Nairam nuneupatuin, sieut repio st impsriali inri eonsustuäoluit a nsAotistoridus dueusyus äari (v. Nodr Ooä. äipl. I, 79. 93. 97, 8t.271. 672. 782).