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Kaiser Otto der Große
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547
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Dichtung und Studien.

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endlich des Martyriums des h. Pelagius in Spanien. Entsprechenddem Uebergange der Herrschaft von den durch die Schule der Römerhindurchgegangenen Franken auf die unverfälschter deutsch gebliebenenSachsen macht sich in dem, wenn auch dürftigen L-chriftthume dieserZeit ein volksthümlicherer Hauch geltend, der uns unwillkürlich an-heimelt. Dahin gehört die Vorliebe, mit welcher Anklänge an dieThiersage, Erinnerungen an die alte Heldensage in der aus Toulstammenden Flucht des Gefangenen, dem Waltharius des St. GallerEkkehart und vielleicht noch in manchen andern untergegangenen Er-zeugnissen der klösterlichen Dichtung aufgefrischt wurden. In denLiedern der Bänkelsänger und Spielleute, die auf den Gassen ge-sungen wurden, aber selbst auch bei dem Mönche Widukind von Corveizeigte sich bald eine epische und volksmüßige Auffassung von Zeit-ereignissen, die freilich ihren wahren Gehalt verdunkeltes) Von derdeutschen Dichtung hielt sich Hof und Geistlichkeit fern, nur denniederen Schichten gehörten die deutschen Lieder an.

Wie unter Karl dem Großen erst dannein neues Athen"emporblühen konnte, nachdem seine Vorgänger die Sicherheit von außen,nachdem Bonifacius und seine Jünger unter Beihilfe der Herrscher-Zucht und Ordnung innerhalb der Kirche hergestellt hatten, so fielenden Tagen Heinrichs und Ottos mehr Aufgaben der letzteren alsder ersteren Art zu?) Die Stätten wissenschaftlichen Wirkens, zuvorvielfach wüst, verödet und herabgesunken, verdankten ihnen von neuemSicherheit, Gedeihen und Wohlstand, doch nicht ein und dasselbe Ge-schlecht konnte die Aussaat und die Ernte sehen. Namhafte Lehrerund Gelehrte, wie Rather von Lüttich oder Ekkehart I., Gerald undNotker Pfefferkorn der Arzt, hatte die Zeit Ottos noch ungemeinwenige aufzuweisen, und sie fallen zum Theil schon wie Ohtrich vonMagdeburg oder Notker von Lüttich in die späteren Jahre seinerRegierung und darüber hinaus, doch kommt sogar einmal ein Sachseals Lehrer in St. Omer vor?) Immerhin war aber der Vorrathvon Handschriften der klassischen wie der kirchlichen Literatur an

') Köpke Widukind S. 71:In den Geschichten Hattos, Konrads, Eber-hards, selbst Heinrichs, Jmmos, noch in der Schilderung der Schlacht vonBierthen kommen sagenhaste Anklänge vor." Wie sich IViä. I o. 23 ausdrücklichans die mimi bezieht, so waren diese mit ihren Liedern gewis öfter seine Quelle z B.für das Gespräch Ottos mit Agina II s. 16, für die Listen Jmmos o. 23. 28.Bekannt sind die Zeugnisse Ekkeharts, v^l. oben S. 92 A. 2, 170 A. 4.Mechthilde seit 955 nsiniusm voiuit nuän's enriniinr sssninrm santantsm(Vita post. s. 16). Unzüchtige Schauspiele erwähnt für Italien Atto v. Ver-celli (8srino IX. bei Xng. ülni 88. vst. nova voll. VI v, 24. 25).

2) S. Prantl Gesch. der Logik II, 48daß das zehnte Jahrh. in geistigerBeziehung die Zeit der größten Unfruchtbarkeit und Finsternis gewesen, istbekannt."

») Oimrtulai'. 8itüisn86 I. II s. 78 p. 147. (Insrnrä: 8ussepit stismprasäiotns nbdas (Ililäobrnnäus 950954) in rnonastsrio ^nsnäam onnoni-vum 8axonioi xsneris nomins Oäoiänm . . sui imdusnänin xnsrorninssoinm eoinmisit. üirni suiin litt-erntornr nrts psritissiinns. It!t äosnninsouram oommisit. Vgl. oben S. 158 A- 1, 500 A. 3.