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Kaiser Otto der Große
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Literarische Thätigkeit.

des Urkundenschreibens wurde schwerlich irgend ein Zweig literarischerThätigkeit vom Hofe aus gepflegt. Während die Karolinger in ihrerbesseren Zeit stets dafür Sorge getragen hatten, einen kurzen Inbegriffihrer Thaten und Handlungen der Nachwelt in Jahrbuchform über-mitteln zu lassen, weisen die Regierungen ihrer sächsischen Nachfolgernichts von einer derartigen Fürsorge auf, wenn auch die wahrscheinlichvon dem späteren Magdeburger Erzbischöfe Adalbert verfaßte Fort-setzung der Chronik Reginas in ihrer nüchternen Zuverlässigkeit andiese karolingischen Vorbilder erinnert. Als die Muse der Geschichtenach langem Schlummer, durch Ottos große Thaten und Erfolge be-geistert, endlich zu seiner Verherrlichung wieder den Griffel einsetzte,geschah dies aus eigenem Antriebe und ohne unmittelbare Aufmunte-rung des Kaisers. Bezeichnend ist es, daß die einzige von "ihm ver-anlaßte geschichtliche Aufzeichnung in einer rechtfertigenden Darstellungseiner Beziehungen zum päpstlichen Stuhle besteht.H

Die Geschichtschreibung wie alle übrigen Zweige geistiger Her-vorbringung blieb der Pflege der Klöster, der Anregung der Bischöfeüberlassen. Fast gänzlich feierte, wenn wir von dem unruhigen Ra-therius absehen, der aus dem Kloster Lobbes hervorgieng, die inkarolingischer Zeit so reichhaltige theologische Literatur, da namentlichzu Lehrstreitigkeiten aller Stoff fehlte, und selbst die lateinische Dicht-kunst trieb im Vergleiche zur karolingischen Zeit spärlichere, wenn auchmanigfaltigere Blüten. , Unter diesen freilich begegnen uns, nebender fremdartigen Erscheinung einer lateinischen Hofdichtung, die ohneVorbild aber auch ohne Nachwirkung einsam dastehenden Versucheder formgewandte Nonne Hrotsvith von Gandersheim,-) aus den altenLegenden christliche Dramen zu bilden und dadurch den schlüpfrigenTerenz aus den Händen der Klosterfrauen zu verdrängen. Wennauch minder bedeutsam, so doch noch werthvoller für uns ist ihrepoetische Behandlung der Thaten Ottos, der Stiftung Gandersheims,

stuclium, nach der V. 8. rVoltleanA'i e. I) studierten Othwin von Hildeshcim,Heinrich v. Trier, Poppo v. Wirzburg, Wolfgang v. Regensbnrg und wahr-scheinlich auch Wilhelm von Mainz, in St. Gallen, von wo Erchenbald Victorals Lehrer nach Straßburg gezogen haben soll (Lkkelmrcki Gasus 8. Kalii, 88.II, N6), Ud.alrich v. Augsburg, Notker von Lüttich, Hildiward von Halbcrstadt,Balderich von Speier, angeblich Theoderich von Metz, über Gorze s. oben S. SOSA. 6, in St. Maximin Ogo von Lüttich, Anno von Worms, Adalbert von Magdeburg.

>) Schon Dünniges (S. 200) nennt ganz richtig die Hist. Ottoniseineeigene osficielle Schrift, die vielleicht auf Ottos Wunsch verfaßt wurde, damitdurch dieselbe sein Verfahren gegen die Päpste Johann XII. und Benedict V.gerechtfertigt werde." Hrotsvith stellte ihrem historischen Gedichte zwar auch eineWidmung an den alten Kaiser voran, aber veranlaßt war cs nicht von ihm,sondern von seiner Nichte Gerberga, und nur Otto II. hatte cs zu sehen ver-langt, wie sie selbst sagt: Vilsin ns spsrrms vilis textnm inoniulis, s quempraessnturi, si clignsris i-eminisei, s ipss tui slaris inssisti nupor ooellis.

2 ) Köpke Hrotsuit S. 225:So wie diese Frau ist . . steht sie . . inder ersten Hälfte des Mittelalters einzig da, mit keiner andern Erscheinung kannsie verglichen werden." Die Behauptung Scherers (Gesch. der deutschen DichtungS. 6)die Negierung der Ottoncn bildet den anerkannten Gipfelpunkt dermittelalterlichen Renaissance" kann ich nicht unterschreiben. Nichtiger sprichtWackernagel (Gesch. der deutschen Liter. S. 69) von einem , Hinabsteigen", dasaber dochkein Rückschritt" gewesen sei.