Die Capelle.
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namhaft gemacht?) so jener Liudolf, der in Ottos Aufträge den päpst-lichen Legaten Marinus 948 von Ingelheim nach Fulda zur Kirch-weihe geleiten mußte, Dodo, des Kaisers Begleiter auf dem erstenRömerzuge und besonders eifrig in der Aufspürung und Erwerbungvon Reliquien. Seine langjährigen und treuen Dienste werden ge-rühmt. Auf dem zweiten Römerzuge Ottos begleitete ihn dagegenals Caplan der Lchwabe Notker, ein Zögling des Klosters St. Gallen,der nachher als Bischof von Lüttich durch seine Gelehrsamkeit derdortigen Schule, die schon unter seinem Vorgänger Everachar geglänzthatte, 2 ) einen noch größeren Aufschwung gab und der Sachse Gero,bald Erzbischof von Köln. Gleichfalls aus der Capelle gelangteGiselher 971 in das Bisthum Merseburg, das er sich nicht zu zerstörenscheute, als er unter Otto II. statt dessen den Stuhl von Magde-burg erlangen konnte?)
An Anregung und Belehrung konnte es an einem Hofe nichtfehlen, an welchem Männer wie Natherius und Liudprand sich kürzereoder längere Zeit aufhielten und fremde Gesandtschaften, selbst vonConstantinopel und Cordova, oft hin und wieder giengen, an demvor allem Brun noch als Jüngling das Beispiel ernsten wissenschaft-lichen Strebens gab; von einer Hofschule im karolingischen Sinnekann man indessen nicht reden, und außer der praktischen Uebung
? lieber Liudolf s. oben S. 165. 166, über Dodo S. 357. 368. 378 A. 3. Esbleibt unklar, ob Thietniars (II o. 10) Erzählung von der Bision nicht doch aufDodo zu beziehen ist, der ursprünglich allein genannt war. Der später ein-geschobene Poppo soll vielleicht nur den Berichterstatter Thietmars bezeichnen, sodaß die Worte is cum imporatori ckiu kicksUter servirot auf Dodo zurück-lenkten (dies ist die Ansicht des Herrn Or. Schadeberg in Halle! lieber Notker s.oben S. 163 A. 1, 478 A. 4, Wattenbach Gcschichtsqu. I, 278. Erst unter Otto II.fällt der Nemvrrrckus ckowiui uostri Ottouio ssrouissimi iwpsratoris uotariusot eeolssio, qus eot in Xsosleuburo, ä)'ckaooalus in mstropoli llloß-untiaca,welcher ius seolai'ss oauonieos apuck so in ckomo i'Stiuoncki . . optinuit(Ouckonus Lock, ckiplow. I, 352, llrk. vom 28. April 976).
2 ) Vgl. oben S. 302 A. 1, 397 A. 2, Brief eines Sachsen B. an ErzbischofAethelaar (illoworials oI8t. Duustau eck. 8tubbs 387, vgl. p. XXV): sanetassiguiäom seckis I.eockii praesulem ckswpsit pro ckolor ckuloissimum amarissima.leti oonckitio. Hui poritiao pansin non soluw midi, ast rnsouin plurimisministravit. Dies war der Verfasser von dem ältesten Leben des h. Dunstan.
p liiistw. II o. 23; ^.nn. illnLcksburA. 982 (88. XVI, 156): Luuckowigitur Kisellmi-iuin Otto Imperator wa^uus, izuia stirpis worum et in-ckustriae nobilitats poliere ooAnovsrat, cke elaustro illuAckeburAsnsi assump-tuw eapellae suas prasteeerat et ckekuneto blerseburAsnsi episeopo Losone ..ipsum illi substiluorat (ebenso Odro». NagcksburA. p. 278:. lieber Geros. S. 467 A. 1.
H Wattenbach sa. a. O. S. 238) sagt: „wieder gab es wie zu Karls Zeiteneine Hosschule," allein mit Unrecht, denn Rnotger o. 5—7, auf den er sich bezieht,spricht nicht von einer Lehrtätigkeit Bruns, sondern nur von seinen Studien;ich kann daher E. Meyer (Ös IZrunono p. 6—9) lediglich beistimmen und be-finde mich hiebei auch mit Waitz (Verfgesch. VI, 271 A. 3) in Uebereinstimmung.Bei den aus der Capelle hervorgchcnden Bischöfen wäre doch stets die Frageauszuwerfen, ob dieselben nicht ihre gelehrte Bildung vorher auf einer Kloster-oder Domschule empfiengen und am Hofe nur in die Geschäfte cingesührt wur-den. Nur von wenigen Bischöfen dieser Zeit kennen wir die Bildungsstätten.In Reichenau (ubi t'uuo iu Osrmauiao partibus maxiwo pollebat soobn-oJnhrh. d. deutschen Gesch. — Tümmler, Otto der Große. 35