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Kaiser Otto der Große
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Die Kanzler und Notare Ottos.

satze zu Otto, ohne deshalb sein Amt zu verlieren, und Hatto undRodbert hielten sich unseres Wissens nie längere Zeit in seiner Um-gebung auf. Die große Bedeutung Bruns') und Wilhelms aber imkaiserlichen Rathe, ihre Mitregentschaft, wie man beinahe sagenkönnte, und Reichsverwesung beruhte auf ihrer Verwandtschaft mitOtto, nicht auf der Leitung der Kanzlei.

Unmittelbarer und andauernder als die Erzkanzler bildeten dieNotare oder Kanzler die Umgebung des Königs, und es ist daherwahrscheinlich, daß sie auf die von ihnen zu erledigenden Geschäfteeine erhebliche Einwirkung übten. Zu ihnen gehörtes ganz im An-fänge der Regierung Ottos Adaldag, der als Erzbischof von Bremenunter ihm und seinen Nachfolgern eine höchst angesehene Stellungbekleidete, zumal als Rathgeber auf dem Römerzuge, ferner Poppo,der sogar in zwei Urkunden Erzkanzler heißt und rasch auf das Bis-thum Wirzburg befördert wurde. Liudolf, ein Verwandter des Kaisers,der während der Romfahrt Ottos bei dem jungen Könige als Kanzlerzurückgeblieben zu sein scheint, stieg aus der Kanzlei zum Bischöfevon Osnabrück empor. In den letzten Jahren Ottos wirkte seit 071Willigis, der spätere Mainzer Erzbischof, als Notar, der gegen dassonstige Herkommen trotz seiner niederen Herkunft durch ausgezeichneteGaben Zugang zum Hofdienste gefunden hatte. ^) Von den italieni-schen Kanzlern 4) scheint vorzüglich Ambrosius, nachmals Bischof vonBergamo, dessen Fürsprache Ratherius anrief, in hoher Geltung ge-standen zu haben. Sein Nachfolger Petrus wurde später Bischof vonPavia und endlich sogar als Johann XIV. Papst.

Die Urkunden Ottos, von denen, mit Einschluß vieler unechteroder verfälschter, ungefähr 500 auf uns gelangt sind, zeichnen sichdurch große Verwirrung in den Zeitangaben unvortheilhaft aus, sodaß Regierungsjahre, Jahre nach Christi Geburt und Römerzinszahlsich darin nur selten in Uebereinstimmung befinden und ihre richtigeAnsetzung oft unüberwindliche Schwierigkeiten bereitet.

Von den Männern, die als Capläne am Hofe lebten, ohne zu-gleich in der Kanzlei thätig zu sein, werden uns nur sehr wenige

0 Nächst Adelheid interveniert Brun am häufigsten in den königlichen Urk.,nämlich in 23 Jahren 34 Mal, Wilhelm von Mainz dagegen in fünf Jahren>5 Mal und Friedrich in sechs Jahren 8 Mal.

") Ueber Adaldag s. oben S. 67 A. 2, über Poppo S. 119 A. 5, 326. Nurdie beiden unzweifelhaft echten Urk. vom 7. April und >3. Juli 940 sindviosm ?opponis nrastivanasllaril ausgefertigt (8t. 83. 90; Wartmann Urkb.der Abtei St- Gallen III, 14). Ueber Liudolf s. oben S. 438 A. 2.

") Nkistmari Östron. III e. 3: ost vilitntsin sui nsnoris. Er beginntam 1. December 971 (8t. 498530).

0 Ambrosius wirkte als Kanzler vom 2. Dec. 966 bis 25. Mai 970 (8t.414 490), Petrus vom 1. März 971 bis (unter Otto II.) 17. April 977 (8t.495703), worauf er unter letzterem später seine Thätigkeit als Erzkanzler fort-setzte. Jener machte im Mai 973 als Bischof von Bergamo eine Stiftung fürden rnaAistsr Aranimatias (Lion, stist. patr. XIII, I303>. Ueber RathersSchreiben an ihn s. Vogel Ratherius I, 415, II, 216.