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Verhältnis zur Kirche. Die Kanzlei.
in Anspruch genommen wurden, dauerte in der Regel ein Vierteljahr,nach dessen Ablaufe das Aufgebot entlassen werden mußtet)
Neben dem Hofe und dem Heerlager schlang auch die Kirche eineinigendes Band um die Glieder des Reiches, da ihre Lehrer und Leiterdurch den Dienst eines höheren Herrn über das enge Stammesbewußtseinhinausgehoben wurden. Nicht selten gehörten ihre Häupter ganzandern Landschaften an, als die waren, deren Seelsorge ihnen späterübertragen wurde. So geschah es zumal aus politischer Vorsicht beiden lothringischen Bisthümern?) aber eben hier stießen die Fremdenauf starke Abneigung der eingesessenen Bevölkerung, wie u. a. derFrevel gegen den Schwaben Benno beweist, der als Bischof von Metzim I. 928 geblendet wurde. Dagegen findet sich, von Ratherius ab-gesehen, der nur wiederhergestellt wurde, unter Otto kaum ein Beispielfür die später häufig werdende Beförderung von deutschen Geistlichenauf italienische Bischofssitze?) In die unmittelbarste stetige Berührungmit den kirchlichen Angelegenheiten trat der König durch die in amt-licher Thätigkeit am Hofe verweilenden Geistlichen, die Mitglieder derKanzlei und Kapelle. Die einst getrennten Aemter der Vorsteher beider,des Erzkanzlers und Erzcaplans, ruhten schon längst in Einer Handund zwar in der eines Erzbischofs. Entsprechend der früheren Thei-lung aber unter den Karolingern übten im Anfänge der RegierungOttos für verschiedene Reichstheile verschiedene Erzbischöfe die Be-fugnisse eines Vorstehers der Kanzlei. Otto II. hatte in der Zeit, inwelcher er neben seinem Vater zuerst den königlichen, dann denkaiserlichen Namen führte, noch keine besondere Kanzlei, sondern esbegegnen uns unter den von ihm ausgehenden Urkunden, unter denenwir sicherlich keine Acte einer selbständigen Regierungsgewalt zu er-blicken haben, dieselben Namen wie unter denen seines Vaters.
In Baiern, wo der Salzburger Metropolit von Ludwig demDeutschen bis auf Konrad dies Amt bekleidet hatte, verlor es derErzbischof Herold durch seine Auflehnung gegen Otto?) nachdem zuvorschon die bairischen Urkunden ebenfalls theilweise im Namen desMainzer Erzbischofs ausgefertigt worden waren. Für Lothringen,das, ebenso wie Baiern, öfter als ein „Reich" bezeichnet wird, steht
ernorivomss possit psrstrinAörs pnAnas? Nach Nitzsch (Ministerialität undBürgerth. S. 148) war „der berittene Lanzenträger der Hauptbestandtheil desdeutschen Heeres".
st S. Köpke Widukiud S. 102.
Waitz Versassuugsgesch. V, 77 A. 4. lieber Benno s. Waitz HeinrichS. 120. 125. 139. Wenn auch die Jahrbücher von Einsiedeln ihn nicht kennen,so steht er dagegen in dem Todtenbuche dieses Klosters (Loodmsr Kontos IV,144): III dlou. Lsooilietus sxiseopns odiit. S. oben S. 283. 300
A. 4, 498.
2 ) In dem Verzeichnis deutscher Bischöfe in Italien Lei Höfler, die deutschenPäpste I, 333, finden sich allerdings einige Beispiele, aber sie sind sehr zweifel-hafter Art. Ueber den Einfluß des Königs auf die Besetzung s. die bekannteStelle bei Arnulf von Mailand (6ls8tn III e. 21).
Theotmar von Salzburg war Erzcaplan unter Karlmann, Arnols undLudwig bis 907, dann sein Nachfolger Piligrim bis zum Tode Konrads, Heroldkommt zwischen 945 und 953 in einigen bairischen Urk. vor (8t. 123. 135. 189.230. 231).