Aufgebot zum Kriege.
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Wie schon in karolingischer Zeit, so gewähren nns auch unterOtto die Urkunden selbst Aufschluß auf die Frage, wessen Verwendungsie in jedem einzelnen Falle erwirkt habe. In den allgemeinen Reichs-sachen zeigen sie uns ein sehr starkes Uebergewicht der königlichenFamilie und Verwandtschaft. Die angeseheneren Herzoge wie Hermannund Burchard oon Schwaben, Berthold von Baiern treten doch meistnur für Angelegenheiten ihres Gebietes ein?)
Außer den friedlichen führten auch kriegerische Veranlassungenöfter eine größere Menge von Angehörigen verschiedener Stämmezusammen. Meistentheils zwar theilte sich die Kriegsarbeit unterdieselben: so hüteten die Sachsen allein und zum Theil vielleicht dieThüringer die Marken gegen Slaven und Dänen, die Abwehr derUngern blieb vorwiegend eine Aufgabe des bairischen Stammes, fürdie westfränkischen Streithändel wurden die Lothringer aufgeboten.Wie aber ausnahmsweise auf dem Lechselde und bei dem großen Zugegegen Hugo von Francien und die Normannen im I. 948, demgrößten Feldzüge, der unter Ottos Regierung überhaupt stattfand,Aufgebote mehrerer Stämme zusammenwirkten, so geschah das Gleichebei den Romfahrten, die freilich unter Otto nur mit geringen Streit-kräften unternommen wurden. Wir haben uns die deutschen Heeredieser Zeit vornehmlich als schwer gepanzerte, im Kampfe etwas un-behilfliche Reiters mit langen Schilden und Speeren zu denken?)Die Verpflichtung zum Heerdienste, für den hauptsächlich die Vassallen
9 Köpke wollte die Thatsache der Intervention in den Urk. zum Gegenständeeines besonderen Excurses machen, für den er viel Material gesammelt hatte,doch erschienen mir die Ergebnisse weder sicher noch erheblich genug.
2) lieber die deutsche Bewaffnung sagt Nicephorus spöttisch (Dindpr. I.SA.e. 11): Domini tui milites sqnitandi iAimri, pedsstris pugu»s snut iusoii;sontorum maguitudo, lorioarnm Zravitudo, susinm lonZitndo, Aalsaruwppispoudus usutr» Parts SOS pn^unrs siuit. Im Gegensätze dazu sagt Otto vonden Ungern (5V!duk. III o. 46): maxim» snim sx p»rts uudos illos »rmisomuibus psnitus coAuovimus. lieber die Lothringer s. oben S. 361 A. 4.Daß die Deutschen keine sehr gewandten Reiter seien, sagt der ihre Tapferkeithöchlich preisende Wilhelm von Apulien, Desto, Loborti VVisoardi II, 164—163(88. IX, 257), wo es n. a. heißt: X»m »so squus doots wauibus giratureorum, H »so vslidos iotus d»t laues», prnsmivst eusis.
2) Wo in dieser Zeit eine Truppengattung besonders erwähnt wird, ist esstets Reiterei (ausgenommen die 's. 326 A. 1 angeführte Stelle Landnlfs, dienichts beweist), so' bei Merseburg ^idulr I e. 38, bei Birten 839 (bindpr.^ut. IV o. 23): vix sqnos »soeuäsrs sesegus »rmis iudui poteraut; aufdem Lechfelde 955 erschien Conrad oum v»1ido cznoqns squitntn (IVidnk. IIIo. 44); 946 zogen Otto und Conrad oum mnlto squitntu nach Frankreich(Riobor. Distor. Il o. 54, vgl. III o. 71: suo oguitatn), desgl. Otto 11.978oum trigiut» milibus sguitum in D»lli»s irs v»r»d»t (liiolrsr. III o. 74.75), vgl. timu. 8»ng»ll. m»i. 978: trigint» mil!» sonitum in ^ranoiamduxit, Dost» spiso. 0»msr»o. 1 o. 98 (88. I, 80, VII, 441). Johann vonGorze (Vit» e. 135) sagte zum Chalifen: Illnd vors t»tsor, reZum ms boossoulo usmiusm nosss, gui nostro imporatori tsrr» »rmis »nt sgnj 8 pos-sit »sgn»ri. Von einem Tressen Lothars gegen die Aquitanier (955) schreibtRicher (III o. 4) roßio eguitatn pr»sv»Isuts. In der Vit» 8. OorardiLrou. o. 29 (Llabillon Xot» V, 273) heißt es von Kämpfen iutsr summatos^nstrias »o Xeustrias : (jnis orsberrimns biuo indo e»b»Ilie»t»s, H guisvs