Druckschrift 
Kaiser Otto der Große
Entstehung
Seite
531
Einzelbild herunterladen
 

Verleihungen an die italienischen Bischöse.

531

Klöstern waren die bairischen wegen ihrer Beraubung durch HerzogArnolf von allen kriegerischen Leistungen befreit. Auch sonst gab eseinzelne Erleichterungen: der Abt von Werden sollte z. B. nach einemGnadenbriefe Ottos nur dann zu Felde ziehen, wenn ihn besondereGeschenke des Königs dazu in den Stand setzten, der Bischof vonWorms nur im Nothfalle?) Weiter ausgedehnte Dienstleistungenwurden gewis auch besonders belohnt.

Wenn Otto im Allgemeinen bestrebt war, die Kirchen in ihrenRechten und Besitzungen zu schirmen, so findet sich doch nicht, daß er,wie oft angenommen wird, jene in Italien wesentlich erweitert hätte.Schon seine karolingischen Vorgänger begannen seit Wido von Spoletound Berengar I. hie und da den Bischöfen gräfliche Rechte in ihrerStadt, bisweilen sogar darüber hinaus, nebst dem Besitze von Mauern,Thürmen und Thoren, dem Marktrechte und andern Gerechtsamenzu überlassen?) Otto hat derartige Vergabungen nur bestätigt, oderin geringem Maße erweitert, Neues kaum hinzugefügt, er ist alsohierin lediglich dem Beispiele seiner Vorgänger gefolgt?) Immerhin

nisi äs sxtsrioribus losis sä saäern monasteria psrtiusntibus alioui äsisto pago in stno inonastsrium situna sst souosssissst, ut ibi aävosatuminonastsrii babsrs potuissst. Derselbe st äs vasallis suis ssmpsr sseumaliiznos sapisntissimos babsrs voluit (Vita 8. Ouäulr. o. 5. 28, 88. IV,393. 418'. Vgl. Waitz D. Verfgesch. VI, 3). 76, VII, 206.

3 lieber die bairischen Klöster s. oben S. 68 A. 3, über Werden Ottosllrk. vom 30. Dec. 936 (Lacomblet Urlb. I, 51, 8t. 60s: ^.bbas iilius inoiia-stsrii aä sastra st in bostsm irs non eoZatur, nisi korts rsZia libsralitatsaäiutus oopiain guanäogus aeeipiat iilnä kaoisnäi (angef. von GfrörerAllgem. Kirchengesch. Ill, 1330); über Worms llrk. vom 27. N'ov. 965 (8sban-nat Hist. VVorniat. II, 21, 8t. 388): nso ab bominibus ipsius sselssiasbostilis sxpsäitio reczuiratur, nisi gnsnäo nsssssitas ntilitati rsAurn tusritsiinul euin spissopo suo psi-Aaut (so schon Ludwig der Fr., 8iollsl XstaI,uäorvioi 17), doch leisteten unter Otto III. Franko und Burchard von WormsHeeresfolge nach Italien, jener plus guam unius auni spasio (Vita Lnrebaräis. 3. 8, 88. IV, 833. 836). Vgl. Ficker Reichskirchengnt S. 114. 124. 126.

*) Hegel Gesch. der Städteverf. v. Jtal. II, 70—73. im Anschlüsse anBethmann-Hollweg Ursprung der lombard. Städtefreiheit S. 99 —107; DllmmlerKesta Ilsrsngarii S. 57.

Bethmann-Hollweg <a. a. O. S. 108) bemerkt mit Recht: „Die Ottonensind bierin nur dem Beispiel ihrer Vorgänger gefolgt." Eine Reihe von Bei-spielen, aber in unkritischer Weise, hat Dünniges (Das deutsche Staatsrecht I,411) znsammengestellt. Florenz beruht auf dem gefälschten Malcspini, die amweitesten gehende Urk. für Hubert von Parma ist ebenso wie die für Bobbiounecht (oben S. 336 A. 3,487 A. 4) desgl. Ottos II. Urk. für Bergamo vom 6. Oct.968 (lvlon. bist. patr. XIII, 1243, 8t. 566), die schon Lupi verwarf. Sehrverdächtig wegen der sonst ungebräuchlichen Bestimmung nach Stadien ist dieundatierte Urk. für den Bischof Aupald von Novara (IlAbsIli It. sasra IV,698, 8t. 543). Unter Otto II. gehört wahrscheinlich die Urk. für den BischofAndreas von Lodi (Non. bist. patr. XIII, 1291, 8t. 866), welche nicht ganzmit der vom 24. Nov. 975 lebd. 1352, 8t. 668) übereinstimmt, desgl. die fürden Bischof Wido von Acqui (8t. 726); unter Otto III. die für den BischofLeo von Vercclli (8t. 1191). Die beiden Urk. für Reggio vom 20. April 962und 7. Aug. 964 (8t. 307. 311), Verleihung der Grafschaft u. s. w. sind fastnur Wiederholung der Urk. Hugos und Lothars vom 10. Aug. 942 (VlnratoriTlut. It. I, 661) nur mit dem Unterschiede, daß aus den tribus quatnorinilliarüs geworden sind. Die Urk. für Cremona vom 28. Merz 973 wiederholt

34 *